Sekte

Lea Frings & die Piratenpartei im Netzwerk der Sekte Thelema

https://abload.de/img/leafringssektethelemaotsot.jpg

ABGRÜNDE IN DER PIRATEN-PARTEI

Satan Is Always Happy
Prangt es seit kurzem neben: „Boss of Nidhöggr“, „Official host of Armageddon“, Sprüchen von ⇲ LaVey (Gründer von ⇲ Church of Satan, woran sich auch Thelema anknüpft) auf der ⇲ Facebook-Seite von Lea Frings. Und nicht nur das.

Auf der Plattform von MySpace gibt es ein ⇲ offizielles Netzwerk, welches von (bekannten) Protagonisten der ⇲ „äußeren Kreise“, aber auch vom innersten (0) von Thelema verwaltet wird. So gesehen ist es keine Gruppe, sondern Thelema Society wurde als Person bei MySpace „angelegt“ und Freunde hinzugefügt.
Frings steht bei MySpace unter: „⇲ Connections/in“, d.h. sie hat sich selber diesem Kontakt hinzugefügt. Die Sekte Thelema hat Frings im Netzwerk bestätigt („Connections/out“).
Nur: wann; das war, lässt sich leider nicht mehr sagen. Fakt ist, das Thelema Society seit Anfang 2013 auf MySpace vertreten ist. Das ⇲ Profil von Fetischiska aka Lea Frings ist auf MySpace geschützt bzw. auf privat gestellt.

Dort trifft alles zusammen, was in gewisser Weise seit Jahren die Vernetzung fördert und mit Veranstaltungen neue Leute sucht. Ob in Berlin oder in Bergen/Dumme.
Darüber wird es in späterer Zeit einen extra Bericht geben, den ich eigentlich an dieser Stelle schon geschrieben haben wollte; hätte ich nicht: ⇲ Lea Frings und die ⇲ Piratenpartei Deutschland dort entdeckt:

https://abload.de/img/tslgzishw.jpg

https://abload.de/img/tsppd4ts41.jpg

Ob es sich hier im Fall Frings nur um eine reine Selbstdarstellung handelt oder ernsthafte Hintergründe dahinter stecken, bleibt offen.
Letztendlich lässt sich und vor allem wenn man angibt „Journalistin“ zu sein; dieses Thema schnell recherchieren. Von Unwissenheit kann daher also keine Rede sein.
Es gibt unzählige Menschen aus der Schwarzen Szene, die sich für Thelema, Okkultismus etc. interessieren – dies aber mit Abstand betrachten und auch keinem Netzwerk bekannter Thelemiten der einstigen Michael D. Eschner Sekte beitreten.

Über dieses ⇲ MySpace-Netzwerk gibt es reale Treffen in Form von u.a. ⇲ Yoga-Veranstaltungen in Berlin oder auch die ⇲ Sommerfeste in Bergen/Dumme; von genau diesen Leuten, die in diesem MySpace-Netzwerk gelistet sind; worüber ich, wie schon oben angedeutet, eigentlich etwas schreiben wollte und ein Artikel dazu bald folgt.
Über Thelema komme ich ansonsten ganz unten noch einmal etwas zusammen gefasst!

Aber erst mal zu Lea Frings mit ein paar Dingen, die noch nirgendwo geschrieben stehen. Und, ein kleiner Rückblick, so gesehen!

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

Lea Frings & die Querfront

http://web.archive.org/web/20170219020019/http://i1.wp.com/www.preiselbauer.de/wp-content/uploads/2015/02/ken_und_lea-01.jpg
-- Lea Frings & Ken Jebsen, Quelle: Blog Preislbauer --

Ein jeder kennt sie. Ob als ⇲ ehemaliges DIE LINKE Mitglied, als ⇲ Rednerin von den Mahnwachen für den Frieden, aus dem ⇲ Bereich Esoterik/Veganismus, als ⇲ Yoga-Lehrerin, als quasi selbsternannte und ⇲ ehemalige „Journalistin“ des pro-russischen Propagandasenders RT Deutsch und jetzt mit Listenplatz 20 neben ⇲ Bruno Kramm bei der Piraten-Partei in Berlin aktiv.
Marsili Cronberg – ihr Lebensgefährte – ist ständiger Vertreter auf dem ⇲ Watch-Blog von Indyvegan. Und auch zwei Beiträge über Lea Frings sind dort zu finden. Ein durchaus stimmiges Paar, könnte man meinen:


-- Lea Frings & Marsili Cronberg auf der bundesweiten Mahnwache --

Von den Mahnwachen „distanzierten“ sich einst ⇲ Frings & Cronberg nach vieler Kritik, ebenso wie vom Sender RT-Deutsch. Wirklich, weil Frings angeblich „ausgestiegen“ ist?
Lea Frings und ihr Freund Marsili Cronberg sind im Bereich der Querfront zugegen (gewesen). Ob ehemals bei den Mahnwachen & weiteren Querfront-Veranstaltungen (z.B. ⇲ Bildboykott Berlin mit Bruno Kramm etc.) oder im Bereich Esoterik/Veganismus/Tierrecht zu verorten.
Hier hätte man ⇲ alles andere vermuten können, aber eben nicht unbedingt die ⇲ Sekte Thelema.

Wie ist das eigentlich mit der Piraten-Partei vertretbar? Auch, das die Piratenpartei Deutschland in diesem Netzwerk verankert ist? Vermutlich ist es hinzunehmen, gibt es doch schon so viele Versumpfungen hinsichtlich dieser Partei, richtig?…

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

Fetischiska & die Schwarze Szene

http://web.archive.org/web/20170219003442/http://photos.modelmayhem.com/photos/050524/05/4293001bde2c5.jpg
-- Auszug ihrer Referenz auf Model Mayhem --

Man könnte meinen, „Fetischiska“ ist ihr Künstlername, der aber bisher in keiner Biografie bei Presseerzeugnissen auftauchte. Aber hier: wird dieser Name und bezugnehmend zum Thema: interessant! So wird die Verbindung zur okkult-satanistischen Sekte Thelema doch etwas „verständlicher“.

„Lea Frings + Fetischiska“ ist weder in der Bildersuche, noch über Google zu finden. Hätte sie sich im Netzwerk der Thelema-Sekte nicht mit ihren Profilbild ausgegeben, hätte ich sie mit ihren drei tätowierten Punkten vermutlich nie erkannt & gefunden sowie alles weitere.

Lea Frings war vor der ⇲ Yoga-Lehrerin als: Yoga Sattva in Köln auch Gogo-Tänzerin mit eigenen Fetisch-Performances, u.a. auch ⇲ Tänzerin für die ⇲ Gruppe TH Industry beim Wave Gotik-Treffen in Leipzig zugegen.
Ihre Laufbahn als Tänzerin scheint allerdings nicht ganz so auf eine freudige Fangemeinde gestoßen zu haben, auch wenn Frings aka Fetischiska in diversen Foren für dieses Video „Scream“ von TH Industry ganz stolz geworben hat. Es ist dieses hier:

Ein Konzertbericht eines Users (Auszug):

Der Auftritt dieser, mir bis dato noch völlig unbekannten, Band (TH Industry) wäre alles in allem auch eine nette Weiterführung des bisherigen Programms gewesen, wenn…
…ja wenn nicht dummerweise die Schwerpunkte ungleich verteilt gewesen wären: Während sich die Band im dunklen Hintergrund zurückhielt und eine Mischung aus [:S.I.T.D.:] und Accessory aus den Boxen dröhnen ließ, räkelte sich im Monitorbereich eine auffällig bekleidete Dame recht arhytmisch zur Musik.
Wie sich kurze Zeit später herausstellte, niemand geringeres als Szene-Model und „Dance Queen“ Fetischiska, welche die Shows von TH Industry zu begleiten schien.
Obwohl jedoch dem Gros der Zuschauer die Show zuzusagen schien, wirkten auf uns die rezidivierenden Bewegungsabläufe, welche meistens weder zur Musik passten noch einigermaßen gekonnt aussahen, recht unbeholfen, so dass die „Dance Queen“ ihre Position ruhig mit der eigentlichen Band hätte tauschen können.

Abgründe eines Charakters
Neben geschlossenen WGT-Foren gibt es auch ⇲ z.B. ein „Hot“-Forum von ihr im Netz zu finden, welches öffentlich lesbar ist. Sicherlich war es ganz gut, das diese bisher noch nicht gefunden wurden, als Frings noch RT-Deutsch „Reporterin“ war. Oder war dies evtl. sogar die Beendigung von RT-Deutsch, was Frings unter „Ausstieg“ verkauft hat?

Folgende Aussagen gibt es von Frings aus 2004:

❝manchmal halt schwierig, richtig lecker aussehende leute zu finden, wenn de latexfetischistin bist…und gegen kackfressen helfen eben masken sehr gut!❞

https://abload.de/img/leafrings_fetischiskaf4s32.jpg

Alles andere wird hier mit Sicherheit nicht geschrieben/wieder gegeben. Warum löscht man so etwas nicht, sollten es jugendliche Ausschweife gewesen sein?
Im Forum gibt sie 2004 zudem an, ⇲ „Mama sowie verheiratet zu sein“.
Wie viele „Kackfressen“ Frings also in ihrer Laufbahn als „Reporterin“ gesehen & interviewt hat, wird man wohl nicht mehr erfahren.
Und: Ganz ehrlich? Sollte ich Lea Frings je einmal gegenüberstehen oder ihren Namen irgendwie in Verbindung bringen, werde ich sofort an die „Kackfressen vs. Gasmasken“ und das Wort mit F denken müssen, worüber sie sich detailliert-öffentlich im Forum ausließ. Ich bin traumatisiert 😂

Schon daran sieht man, wie „seriös“ der Propagandasender RT Deutsch seine „Journalisten“ in ihrer Vita aussucht, die nämlich keinerlei Erfahrung im Bereich Journalismus haben und heute als freie Journalisten fungieren.

Auf der anderen Seite darf man natürlich auch nicht den Aspekt auslassen, das jeder Mensch sich im Laufe seines Lebens ändern kann. Auch das ist zu berücksichtigen!

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

Abgründe einer Partei & Piraten Berlin

https://abload.de/img/gcbjfsz5.jpg
-- verstörende Ansichten eines ehem. Piratenpolitikers (Montage) --

Auch auf die Piratenpartei wirft es nicht gerade das hellste Licht. Wenngleich diese Partei letztendlich von Skandalen nur so überschüttet ist, das diese Partei & deren Mitglieder eh nicht mehr ernstzunehmen sind, sondern zunehmend zu verstärkter Wachsamkeit anregt. Ein Tummelbecken für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit!

Ob dass das fortwährende fischen am rechten Rand ist, was ⇲ hier sehr gut nachzulesen ist, die Vermischung von ⇲ Querfront & ⇲ Verschwörungsideologien, teils durch Piraten-Politiker oder der Mord im letzten Jahr des Berliner Piratenpolitikers Gerwald Claus Brunner an seinem ehemaligen Mitarbeiter Jan Mirko L., den er zuvor monatelang im Wahn stalkte und letztendlich umbrachte, bevor er selber danach Suizid beging.

Einen sehr tiefen Einblick gibt hier die Pressemeldung vom ⇲ STERN: Terror bis in den Tod, dem die Ermittlungsakten dazu vorlagen.
Und auch, was diesen Mord und die Reaktion vieler Mitglieder im Nachgang betraf, tun sich hier unmenschliche Abgründe in dieser Partei auf, die es dann nicht mehr verwundern lassen, wenn diese Partei dann im Netzwerk der Sekte Thelema aufzufinden ist.

Ansonsten hat sich diese Partei bis heute verwehrt, Presseanfragen zu beantworten; Bruno Kramm hat sich zum 1. Januar 2017 ⇲ aus der (Piraten) Politik verabschiedet! Er will sich jetzt wieder verstärkt seiner Band: „Das Ich“ widmen:

http://web.archive.org/web/20170219021119/http://4.bp.blogspot.com/-fBM6UJOtqqs/Vngk263i_iI/AAAAAAAAAOI/5FJ1SH2KJME/s1600/Schermafbeelding%2B2015-12-16%2Bom%2B18.27.51.png
-- Bruno Kramm alias DAS ICH, Quelle: via Blog Dark Entries --

Kramms ⇲ Statement zu seinem Rücktritt aus der Piraten-Partei beinhalten übrigens folgende Worte:

❝Nach einem Kräfte zehrenden, verlorenen Wahlkampf und einer unerwarteten Trauerphase über eine menschliche Tragödie am Rande der Partei ist nun die Zeit gekommen, auf das Erreichte zurückzublicken und auch einen Blick auf den eigenen Horizont zu wagen❞.

Einen besonders bizarren & geschmacklosen Blogeintrag fasste ⇲ Ute Elisabeth Gabelmann zusammen, die wohl einfach die erste sein wollte und keine Presseberichte abwarten konnte. Das sieht dann so aus:

❝Ich bin aber glücklich für Faxe, daß er allem Anschein nach (und ich deute jetzt die Zeitungsberichte mal so) beim Wuschelkopf war, und mit ihm zusammen starb. Etwas Besseres und Schöneres in dieser furchtbaren Situation kann ich mir für ihn nicht vorstellen.❞

Einer Löschung dieses Beitrags widersprach sie, frei nach dem Motto, Piraten müssen transparent bleiben. Unvorstellbar, aber Realitiät!
Man kann eigentlich nur hoffen, das diese Partei sich endlich von alleine auflöst und von der Bildfläche verschwindet!

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

Fetischiska aka Lea Frings & DAS ICH aka Bruno Kramm

http://web.archive.org/web/20170219005100/https://pbs.twimg.com/media/CmWFiQdWcAAXAlR.jpg
-- via twitter --

Spätestens über das Querfront-Spektrum; so kann man sagen, lernte sie den ⇲ Piratenpolitiker und Sänger der Gruppe: „Das Ich“: Bruno Kramm kennen, der ebenfalls ⇲ Dauergast bei RT-Deutsch ist, für das ⇲ Querfront-Stopp Ramstein-Projekt einsteht oder wie eben auch im ⇲ Blog bei Sechel zu lesen ist: für fragwürdige Musiker wirbt und diese auch unterstützt.
Bruno Kramm war es, der Lea Frings in die Piratenpartei holte, als diese ihren Job bei RT-Deutsch „aufgab“, man sich allerdings schon länger „freundschaftlich“ kannte, wie das ⇲ auf dem Musiklabel von Bruno Kramm: Danse Macabre aus 2015 ersichtlich ist.

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

Zurück zu Thelema

http://web.archive.org/web/20170220221116/http://www.thelema.de/files/ts-dev/image/kompositx1.jpg

Wer gerne – außerhalb des Sektierertums und inhaltlich etwas über Thelema erfahren möchte, dem lege ich den ⇲ Blog: Spontis ans Herz, den ich sehr gerne lese, da dieser sich auch klar mit dem Rechten Rand innerhalb der Schwarzen Szene beschäftigt und darüber schreibt.

Thelema Society

⇲ Michael D. Eschner gründete 1979 die ⇲ Thelema Society unter dem einstigen Namen: „Institut für angewandte Metaphysik“ in Berlin.
Später wurde die Abtei Thelema (Abbey) gegründet und nach knapp einem Jahr in „Thelema-Orden des Argentum Astrum e.V.“ umbenannt.
1985 wurde dieser Verein aufgelöst, das „Netzwerk Thelema“ wurde gegründet und die Kerngruppe zog ins Wendland nach Bergen/Dumme.

1992 wurde Eschner wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung eines Gruppenmitglieds zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Tat der rituellen Gewalt stritt Eschner bis zu seinem Lebensende 2007 ab.
2002 tauchten wieder ⇲ vermehrt Medien-Berichte über sexuelle Ausbeutung innerhalb der Gruppe auf. Ein Mitglied der Gruppe wurde verurteilt, weil er eine Frau mit Gewalt zum Sex mit Eschner genötigt hatte. Laut Angaben der Polizei handelte es sich dabei ⇲ nicht um einen Einzelfall.

Es wird von ⇲ Ekeltrainings (Kot essen, Urin trinken) berichtet, das ausdrücken von brennenden Zigaretten auf Körperteilen, Schnitten mit Rasierklingen als Einstieg bzw. Prüfung zur „nächsten Stufe“ und damit man dies übersteht, wird Alkohol verteilt.
Thelemiten-Ausbilderin war neben Eschner einst auch ⇲ Gitta Peyn (damals auch Tordis van Boysen) – ja genau die, die heute das undurchsichtige und intransparente „soziale Projekt“ ⇲ DIE NOTBREMSER leitet und Empathiecoach von ⇲ Inge Hannemann (DIE LINKE) war.

Die Thelemiten „öffneten“ sich ab 2000 nach außen, sie gehen online und diverse Netzwerke im Internet entstehen. Man versucht in Subkulturen Fuß zu fassen.
Die ⇲ Struktur ist in Kreise von 0, 1, 2 und 3 aufgebaut, der Kreis 0 ist dabei der innerste Kern – der das Zentrum von Bergen/Dumme wieder spiegelt.
Es ist kein eingetragener Verein, eine Mitgliedschaft ist dennoch zu entrichten, im Kreis 2 sind das monatlich mindestens 20 Euro, im Kreis 1 mindestens 31 Euro und Kreis 0 nach Absprache (Stand: 2011).

Mittlerweile ist man wieder mit einer ⇲ Außenstelle nach Berlin zurück gekehrt, wo aktuell auch wieder „Yoga-Kurse“ u.ä. über einen Arzt angeboten werden.

Heute sind die Thelemiten zwar auch in den sozialen Netzwerken vertreten, aber es ist deutlich ersichtlich, das sie wieder zu einem enger werdenden Kreis zurück kehren.
Homepages mit speziellen Infos gibt es nicht mehr, sind aber teils im Archiv von WaybackMaschine noch erhalten und können somit noch eingesehen und ausgewertet werden!
Weiterhin steht Thelema Society auch der Scientology nahe, wie man das ⇲ einzelnen Schriften entnehmen kann.

Thelema Society wird mit zu den gefährlichsten Sekten Deutschlands eingestuft.

Simson Hipp, das rechte Kontra-Magazin aus Hettstadt, das Universelle Leben und die Jugendbewegung Jukss

https://abload.de/img/simsonhippreichsbrger51kog.jpg

Von rechten Verschwörungs-Auftritten zu den Freien Wählern

Das Universelle Leben scheint ja sehr klagewütig zu sein. Fast alle Quellen musste ich mir mühsam aus den Archiven suchen, sofern sie dort noch vorhanden waren, da die meisten Quellen (Blogs, Websiten) gelöscht sind.
Über den freien Journalisten ⇲ Hanno Böck war ich auf einen ⇲ Artikel aufmerksam geworden, in den ich mich nun noch einmal vertiefte, auch mit dem Hintergrund, das ⇲ Simson Hipp (Betreiber der ehemaligen Seite ⇲ Kontra-Magazin) nun in die Politik aufgestiegen ist; die ⇲ Freien Wähler in Teilen auch mit der ⇲ Tierschutzpartei kooperieren.
Nebenbei hat Hipp eine eigene Dachdeckerfirma.

Und; er ist dort, wo man ⇲ von seiner Partei „Freie Wähler“ aus Kontakte zum Universellen Leben pflegt; Mitglieder sowohl als auch zugehörig sind oder auch „nur“ sympathisieren.

Worum gehts?
Es geht um den „alten“ Artikel aus 2006 von Hanno Böck: ⇲ „Verschwörungstheoretiker und Sektenanhänger in der Jugendumweltbewegung – Die Welt ist eine Scheibe“. Diesen werde ich im Anschluss hier im Artikel noch einfügen – und mit ein paar Verweisen verlinken!

Hintergrund ist der, das es sich hier um einen ⇲ Jugendumweltkongress (kurz: Jukss) handelte, in den sich das Universelle Leben eingeschlichten hatte, was zu einem großen Protest und Empörung, auch über die unterschiedlichen Berichterstattungen hervorgebracht hat.
Was aber an keinster Stelle erwähnt bzw. kritisiert wurde, warum Simson Hipp ⇲ (auf der bereits gelöschten Seite) von Jukss Werbung für seine drei Vorträge posten konnte – mit dem Verweis auf die rechte Verschwörungsseite Konkret-Magazin sowie dem Vermerk (Fehler wie im Original):

❝Achtung! Die folgenden Vorträge werden von Anhängenden der totalitären Sekte Universelles Lebeb angeboten.❞ Bei Fragen: kontra-magazin@web.de – mit REVOlutionären Grüßen Simson

Unter dem Namen: Simon/Konkret-Magazin bot man dort folgende Workshops an:

  • Vortrag: Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Diktatur
  • Vortrag: Vegetarismus-Ein Kern aller Weltenreligionen
  • Selbstverteidigungsworkshop
  • https://abload.de/img/jukssuniversellelebent7smk.jpg
    -- zusammen gesetzte Montage aller drei Workshops aus 2005, Quelle: ⇲ 13. Jugendumweltkongress Jukss.de ---

    Damit definierte sich Simson Hipp mit der Verflechtung zum Universellen Leben. Auf seiner mittlerweile gelöschten, aber archivierten Seite ⇲ Kontra-Magazin finden sich zwar keine Verlinkungen direkt zum Universellen Leben, dafür aber zu Inhalten, die auch das Universelle Leben auf ihren Seiten nutzt.
    Zu finden ist diese archivierte Seite von Juksss ⇲ hier, es war gar nicht so einfach und hat lange gedauert, diese noch auffindig zu machen. Ein weiteres Archiv zu diesem Link kann ⇲ hier abgerufen werden!

    Diese Seite Kontra-Magazin war dermaßen rechtslastig, verschwörungsideologisch, kirchenfeindlich, antisemitisch, antidemokratisch; Verlinkungen führten zu Sekten-Gurus (Bruno Gröning), zur Germanischen Neuen Medizin – direkt zu Ryke Geerd Hamer, zu SekretTV etc.
    Seine PDF Datei mit seinem Impressum: ⇲ Chemtrails – Biologische Kriegsführung gegen das deutsche Volk kann man bis heute auf dem Server vom gelöschten Kontra-Magazin begutachten.

    https://abload.de/img/freiewhlerrechtsoffenvks26.jpg

    Zur Übersicht, hier einige archivierte Seiten, teils aus obiger Bild-Collage:

    Kontra-Magazin Sidemap
    https://archive.fo/UOxg4

    Kontra-Magazin Geistliches
    Erstes Gespräch mit Simson Hipp
    https://archive.fo/fIWTh& https://archive.fo/5Q0yd

    Kontra-Magazin Forum
    https://archive.fo/SCTWE

    Kontra-Magazin Geschichte
    Deutsches Reich? – Ein Rückblick in die Geschichte der nicht mehr existierenden Bundesrepublik Deutschland
    https://archive.fo/sjPS2

    Kontra-Magazin Geschichte
    Was zum nachdenken… (Personalausweis, Staatenlos, BRD GmbH) mit einem Zusatzartikel mit Worten von Prof. Hubertus Mynarek
    https://archive.fo/Ga96p

    Kontra-Magazin Verschwörung
    Esoteric Agenda – Esoterische Agenda
    https://archive.fo/8YFMg

    Kontra-Magazin Kirchenkritik
    z.B.: Die Wiederherstellung der Hölle, Ich wurde sexuell missbraucht, Wodurch wird dieser Schreckenskonzern am Leben gehalten?, Die Kirche – die Hure Babylon?, Wer ist der Besetzer des Stuhls Petri?, Worte „großer Ketzer“, Die zehn Gebote des irdischen Gottes
    https://archive.fo/BSs1k

    Kontra-Magazin Flyer (PDF)
    Chemtrails – Bedrohung aus der Luft
    https://web.archive.org/web/20100107094704/http://www.kontra-magazin.de/download/01_chemtrail_flyer.pdf

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Man kann sich noch mühsam durch Simson Hipp´s Kontra-Magazin klicken, einige Seiten sind noch erhalten, u.a. auch die der Reichsbürgerideologie und auch mit ⇲ inhaltlichen Verweisen auf Prof. ⇲ Hubertus Mynarek, der für das Universelle Leben, für rechte Überzeugungen, aber auch für die ⇲ Scientology kein Unbekannter ist, im Gegenteil!
    Erst vor kurzem unterstützte Hubertus Mynarek das braun-esoterische ⇲ „Dorf im Jetzt“, wo er als „Protektor“ öffentlich wurde. Wen wundert´s, wenn man dann auch so etwas noch liest: ⇲ Hubertus Mynarek kandidiert 2009 für die „Links“-Partei, es ist nicht zu glauben!

    https://abload.de/img/hubertusmynarekscientw9kvp.jpg
    Hubertus Mynarek´s Rede bei der Eröffnung der Scientology Church, Quelle: ⇲ Scientology Berlin

    Stellungnahme?
    Die Frage bleibt wohl für immer offen, warum die Jukss erst solche Menschen in ihre Gruppen liess, die dann im späteren Verlauf Workshops von ⇲ totalitären Sekten-Anhängern anbieten konnten, trotz des Verweise auf der Veranstaltungsseite. Man wusste, wer diese Workshops abhalten würde.
    Da kann man nur hoffen, das die Jukss, die seit Jahren eh schon ⇲ in die Kritik geraten ist, ein besseres Auge drauf hat, schließlich geht es hier auch um die Jugend!

    Das also sind Vorbilder eines heutigen Politikers, der seine „universellen, rechten“ Spuren fein säuberlich aus dem Netz verschwinden lassen wollte. Aber das Internet vergisst nicht!
    Bei solch einer Vita im Kontra-Magazin kommen da doch schon berechtigte Fragen, ob er als Dachdecker im Bereich Würzburg nicht prächtige Auftragslagen hat.
    Vor sieben Jahren noch in einer Studenten-WG in Hettstadt, nun ein Eigenheim und eine große Dachedeckerfirma + stellvertretende Vorsitzende bei den Freien Wählern; seit an Seit mit Günther Felbinger. Das nennt man Karriere mit 30 jungen Jahren!
    Felbinger von den Freien Wählern ist ⇲ mittlerweile seines Amtes enthoben worden. Betrug von über 50.000 Euro. Und immer wieder ist es es das Geld…

    Wurde dieses Thema rund um Simson Hipp eigentlich schon einmal thematisiert? Gab es dazu jemals eine Stellungnahme? Haben die Freien Wähler Internetrecherchen berücksichtigt oder gar überhaupt nicht angewandt? Wie steht heute Simson Hipp hierzu?

    http://web.archive.org/save/_embed/http://static2.mainpost.de/storage/scl/mpnlneu/lh/s1/7513261_m3w760h500q75s1v1219_1NRJ5P.jpg?version=1485190624
    Die neue Führungsriege der Kreisvereinigung der Freien Wähler im Landkreis Main-Spessart mit (von links) Bezirksvorsitzendem Thomas Zöller, Achim Müller, Thomas Stähler, Peter Utsch, Edgar Klüpfel, Thomas Schiebel, Simson Hipp und Marco Pintar. ⇲ Foto: Freie Wähler via Mainpost
    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Zum ⇲ Artikel des Journalisten Hanno Böck

    Verschwörungstheoretiker und Sektenanhänger in der Jugendumweltbewegung
    DIE WELT IST EINE SCHEIBE

    Auf dem vergangenen Jugendumweltkongress (Jukss) kündigte ein Anhänger der Sekte »Universelles Leben« (UL) einige Workshops an [1]. Dies führte zu heftigen Diskussionen, die Sektenanhänger verließen nach Protesten vieler TeilnehmerInnen und einer UL-kritischen Ausstellung den Jukss. [2]

    Universelles Leben
    Die Glaubensgemeinschaft »Universelles Leben« [3,4] versucht seit einigen Jahren, in der Umwelt- und Tierrechtsszene Fuß zu fassen. Durch ⇲ bundesweite Plakatkampagnen tritt sie immer wieder in Erscheinung, ebenso erfreut sich die ⇲ UL-eigene Ladenkette für vegetarische und vegane Lebensmittel, »Gut zum Leben« und der »Lebe Gesund!«-Versand, großer Beliebtheit und hat in den meisten größeren Städten Filialen. Auch die durch ihre ⇲ holocaustrelativierenden Kampagnen bekannte Tierrechtsorganisation PETA wirbt für »Lebe Gesund!«.
    »Universelles Leben« bezeichnet sich als urchristliche Gemeinschaft und folgt einer kruden Mischung aus Religion, UFO-Theorien, Esoterik und Antisemitismus. Die Sekte ist autoritär strukturiert und wird geleitet von der »Prophetin« Gabriele Wittek [5]. Wittek hatte angeblich in der Vergangenheit Gespräche mit ihrer verstorbenen Mutter, mit Jesus Christus und mit einem Alien namens Mairadi. Desweiteren glauben UL-Anhänger an die Reinkarnation und behaupten insbesondere, dass der Holocaust lediglich eine Bestrafung für Sünden aus früheren Leben gewesen sei.

    Exilregierung des deutschen Reiches
    Der erste auf dem Jukss gehaltene Workshop trug den Titel »Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Diktatur«. Hintergrund ist eine in rechtsradikalen Kreisen seit langem herumgeisternde Verschwörungstheorie, nach der Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg eine von den USA kontrollierte Diktatur sei. So gibt es mehrere angebliche »Exilregierungen« [6], die teilweise auch Ausweisdokumente und ähnliches verkaufen und sich für die legitimen Rechtsnachfolger der Weimarer Republik halten [7].

    Als Kontakt für die Workshops wurde jeweils das sogenannte »Kontra Magazin« angegeben, welches auch eine Webseite betreibt [8]. Ein Blick in deren Forum lohnt sich. Neben einem Interview mit »Reichskanzler Ebel« von der »kommisarischen Reichsregierung« finden sich beispielsweise Verweise auf »Chemtrails« oder die »Neue Germanische Medizin« des Dr. Ryke Geerd Hamer (dazu später mehr).

    Aufstand
    Auf dem Aufstand, einem von der Naturschutzjugend Baden-Württemberg organisiertes Jugendumweltfestival, tauchte besagter Anhänger der Sekte erneut auf. Diesmal präsentierte er einen Film über den »Mythos Vogelgrippe« mit dem Titel »H5N1 antwortet nicht«. Der Film wurde offenkundig von einigen ZuschauerInnen positiv aufgenommen.

    Die Aussage des Films lautet im Wesentlichen, dass es die Vogelgrippe gar nicht gibt und sie lediglich eine Erfindung der Pharmaindustrie sei. Finanziert wurde der Film durch eine Spendenaktion der »Kent-Depesche« [9] des Scientologen Michael Kent (mit bürgerlichem Namen Michael Hinz), den Vertrieb organisiert ein in Stuttgart ansässiger Verein namens »Neue Impulse Treff« [10].

    Der »Neue Impulse Treff« organisiert regelmäßig Vorträge zu verschiedensten Verschwörungstheorien. Die Linkliste verweist auf »freie Energien«, Esoterik-Seiten, sogenannte AIDS-Kritiker, die bereits oben erwähnte »Neue Germanische Medizin«, verschiedene »Impfkritiker«, diverse Zinskritiker und Freiwirtschaftler und eine ganze Reihe weiterer dubioser Organisationen, die meisten aus dem medizinischen Bereich.
    Die treibenden Kräfte des »Neuen Impulse Treff« sind augenscheinlich Michael Kent/Hinz, Sabine Hinz (die einen gleichnamigen Verlag betreibt [11]) und Hans Tolzin [12].

    Ebenso lohnenswert ein Blick auf die im Film genannten »Experten«. Die wenigen Mediziner vertreten auch sonst, vorsichtig formuliert, »umstrittene« Thesen. Einige rekrutieren sich aus dem Umfeld der »AIDS-Kritiker«, so Dr. Claus Köhnlein und Juliane Sacher. Einer der Macher des Films, der Journalist Michael Leitner, betreibt die Webseite AIDS-Kritik [13] (eine gute Zusammenfassung zur AIDS-Problematik findet sich unter [14]).

    Desweiteren wird der Film dominiert von »Impfkritikern«, unter ihnen Hans Tolzin und Angelika Kögel-Schauz. Beide gehörten in der Vergangenheit ebenfalls zum Umfeld der »Neuen Germanischen Medizin«, haben sich aber inzwischen wegen interner Meinungsverschiedenheiten von dieser getrennt [15]. Die insbesondere im anthroposophischen Umfeld häufig anzutreffende Impfkritik, meist von Laien und ohne wissenschaftlichen Hintergrund betrieben, führte in jüngerer Zeit zu einer Masernepidemie in Nordrhein-Westfahlen.

    Für die musikalische Untermahlung des Films zeigt sich ein gewisser Jo Conrad zuständig. ⇲ Jo Conrad ist dem rechtsextremen esoterischen Spektrum um ⇲ Jan van Helsing zuzuordnen. In seinem Buch »Entwirrungen« zitiert er die »Protokolle der Weisen von Zion« und »entdeckt« eine Verschwörung von unter anderem Illuminati, Bilderberger, Vatikan, Zionisten, CIA, Rothschilds, CFR, NSA, Trilaterale Kommission, JASON Society, Skull & Bones [16].
    Leseprobe gefällig? »Viele Bemühungen Hitlers zum Aufbau des vom Versailler Vertrag geknechteten Landes waren durchaus anerkennenswert. (…) Es erfolgte die Mobilmachung der polnischen Armee und blutige Übergriffe mit übelsten Grausamkeiten auf die Bevölkerung der ostdeutschen Gebiete. Hitler hielt angeblich die Nachrichten von den grausigen Morden vor der Öffentlichkeit zurück, da sie geeignet waren, eine Stimmung von Hass zu erzeugen. Erst mit reichlicher Verzögerung griff Hitler Polen an.« (Aus der Broschüre „Brennpunkt Esoterik“ der Stadt Hamburg)

    Vogelgrippe in der Blogosphäre
    Verschwörungstheorien rund um die Vogelgrippe machten schon vor einiger Zeit Furore. Ein von der taz geführtes Interview mit dem Virologen Stefan Lanka wurde in diversen Blogs und Mailinglisten herumgereicht.
    Stefan Lanka, ebenso Impfkritiker und AIDS-Dissident, vertritt die These, dass es weder den HIV- noch den Vogelgrippe-Virus überhaupt gibt [17]. Lanka ist bekennender Anhänger der ⇲ »Neuen Germanischen Medizin«.

    »Neue Germanische Medizin«
    Hinter der nun schon mehrfach erwähnten »Neuen Germanischen Medizin« verbirgt sich der ehemalige Arzt Dr. Ryke Geerd Hamer. Er behauptet, Krebs (und im übrigen auch AIDS und alle anderen Krankheiten) seien lediglich die Auswirkung unverarbeiteter Konflikte. Er meint, die gesamte Medizin mit 5 »Naturgesetzen« erklären zu können.
    Bekannt wurde Hamer 1995, als der Fall von Olivia Pilhar durch die Presse ging. Die Eltern von Olivia weigerten sich, das krebskranke Kind behandeln zu lassen [18].
    Mehrere Todesfälle von Menschen, die sich von Hamers »Neuer Medizin« haben behandeln lassen, sind bekannt.
    Seit einigen Jahren garniert Hamer seine Theorie mit antisemitischen Verschwörungstheorien. Hamer ist der Ansicht, dass der Durchbruch seiner Medizin durch Juden verhindert wird. So schrieb er an den todkranken Paul Spiegel mit der Behauptung, dieser würde als »Jude« die Erkenntnisse der »Neuen Medizin« bereits einsetzen, während sie dem Rest ver Bevölkerung vorenthalten bliebe [19]. Die Anhänger Hamers organisieren regelmäßig Demonstrationen in Tübingen, die in der Vergangenheit von antifaschistischen Protesten begleitet wurden [20].

    »Böse Pharmaindustrie«, »Böse USA«
    Erschreckend ist, wie leicht sich manche von derartig krudem Zeug beeinflussen lässt. Ein paar Schlüsselreize ansprechen, die böse Pharmaindustrie brandmarken, eine Verbindung zur US-Regierung lässt sich auch noch herstellen, dann ist jeder Zweifel ausgeräumt.
    Dass man als linker und ökologisch denkender Mensch oft genug mit berechtigter Kritik an der Pharmaindustrie befasst ist, ist legitim, ja sogar notwendig. Bhopal, Lipobay, HIV-verseuchte Bayer-Blutpräparate, Patentklagen gegen Südafrika sind nur einige der Stichworte, die einem hier einfallen. Diese legitime Kritik sollte jedoch kein Anlaß sein, jedem, der ruft »Pharmaindustrie böse«, hinterherzulaufen, jede noch so absurde Verschwörungstheorie zu glauben.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    [Anmerkung: Ich habe die Quellen durch archivierte Websites verlinkt, sollten sich an diesen Änderungen ergeben haben! Nicht verlinkte Quellen sind im Netz nicht mehr zu finden und dienen lediglich der Dokumentation.]

    [1] http://www.jukss.de/2005/de/orga/programmplan/anzeigen/1135599974/ ⇲ Workshops auf dem Jukss
    [2] http://veg.gs/de/blog/view/104 ⇲ Bericht über UL-Proteste auf dem Jukss
    [3] http://www.universelles-leben.de/ ⇲ Offizielle UL-Homepage
    [4] http://www.projektwerkstatt.de/ul/ ⇲ Sammlung über UL-Kritik
    [5] http://de.wikipedia.org/wiki/Universelles_Leben ⇲Wikipedia über UL
    [6] http://friedensvertrag.info/ ⇲ Kommisarische Reichsregierung (Reichsbürger)
    [7] http://www.krr-faq.de/ Kritische FAQ über diverse Reichsregierungen – vgl. hierzu ein Beitrag bei Psiram: https://www.psiram.com/ge/index.php/Kommissarische_Reichsregierung
    [8] http://www.kontra-magazin.de/ ⇲ Kontra-Magazin des Jukss & Aufstand-Besuchers
    [9] http://www.kent-depesche.com/ ⇲ Scientology-Mitglied Michael Kent
    [10] http://www.neue-impulse-treff.de/ ⇲ Neue Impulse Treff
    [11] http://www.sabine-hinz.de/ ⇲ Sabine Hinz Buchverlag – vgl. auch hier http://web.archive.org/web/20170210092036/http://www.sabinehinz.de/kent-depesche
    [12] http://www.tolzin.de/ ⇲ Hans Tolzin
    [13] http://www.aids-kritik.de/ ⇲ AIDS-Kritiker
    [14] http://hiv.net/2010/news2001/n1219.html ⇲ Artikel über AIDS-Kritik
    [15] http://f25.parsimony.net/forum63512/messages/37880.html ⇲ Tolzin über Hamer
    [16] http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/inneres/landesjugendbehoerde-bfi/downloads/brennpunkt-esoterik-pdf,property=source.pdf ⇲ Broschüre »Brennpunkt Esoterik« vgl. PDF „Brennpunkt Esoterik“ auf dem Server von AGPF http://www.agpf.de/Brennpunkt-Esoterik-HH2006.pdf
    [17] http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/multimedia/blogosphaere/?em_cnt=81218 Mario Sixtus über Vogelgrippe und Blogosphäre
    [18] http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/021118/04/frames.html ⇲ Report Mainz über die »Neue Germanische Medizin«
    [19] http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2006/20060324_Hamer_an_PaulSpiegel.html ⇲ Brief Hamers an Paul Spiegel (Jitzhak Ben Chaim)
    [20] http://tuebingen.antifa.net/texte/24/alle-jahre-wieder-antisemiten-marschieren ⇲ Antifa Tübingen über NGM

    Machen die bayrischen Freien Wähler eine Sekte salonfähig?

    http://web.archive.org/web/20170210223031/http://www.freie-buerger.org/images/plakat-jetzt-reichts-kl.jpg

    Freie Wähler & Universelles Leben
    via ⇲ hpd – Humanistischer Pressedienst, 12.02.2012
    In Bayern preisen Mandatsträger der Freien Wähler eine Schule, die nachweislich zu einer Sekte gehört.
    Das berichtete gestern das TV-Magazin „Kontrovers“ im Bayerischen Rundfunk über die seit langem umstrittene Neuoffenbarungsgemeinschaft ⇲ „Universelles Leben“.

    Aus der Haltlosigkeit allgegenwärtiger Religionslehren ziehen auch die Protagonisten von „Universelles Leben“ weiter mit allen verfügbaren Mitteln ihren Nutzen. Im „Kontrovers“-Beitrag wurde deutlich, dass sich dabei sogar hohe CSU-Politiker für das Treiben einnehmen lassen.

    Über wirtschaftliche Aktivitäten der laut Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern, „totalitären, geschlossenen Organisation“ in der Gegend um das unterfränkische Marktheidenfeld heißt es: „Haus um Haus wird hier aufgekauft, Felder und Wald. Hier sammeln sich die Anhänger des Universellen Lebens, einer umstrittenen Sekte.“

    In der benachbarten Gemeinde Esselbach betreibt UL auch eine staatlich anerkannte ⇲ Privatschule. „Lern mit mir“ im Universellen Leben, prangt ein einladender Schriftzug zur Schule am Eingangstor und dem Online-Auftritt. Wie „Kontrovers“ nun herausfand, unterstützen auch Kommunalpolitiker der ⇲ Freien Wähler die Schule.
    Darunter ⇲ Günther Felbinger und ⇲ Armin Grein. Vor der Kamera versuchten diese, ihr förderndes Engagement zu relativieren. Bürgermeister der knapp 2000 Einwohner zählenden Gemeinde Esselbach ist ihr Parteigenosse Klaus Hofmann.

    Doch in der Sendung wird eine Pressemitteilung präsentiert, in der es über die Schule heißt: „Hier herrscht eine Lernatmosphäre, die es einem schmackhaft macht wieder in die Schule zu gehen.“ Ex-Landrat Grein lobt ausdrücklich das „pädagogische Einfühlungsvermögen“.

    Die Internetseite der Schule offenbart ein obskures Glaubensbekenntnis, zwei dicht beschriebene Seiten mit haltlosen Überzeugungen und wirren Ideen. Die Einrichtung nennt sich selbst eine „Eliteschule für Jedermann“, wirbt mit einem „urchristlichen Konzept“ und macht nach eigenen Angaben „durch beste Abschlüsse, Preise bei Wettbewerben und vor allem durch selbstbewusste, aufgeweckte Schülerinnen und Schüler von sich reden“.
    Statt Religionsunterricht gibt es dort „Stunden der Inneren Religion.“

    Die Schule wirbt offensiv mit ihren diversen Auszeichnungen, darunter als „Umweltschule in Europa 2010“. Sie leite ihr Umweltengagement aus der Lehre des Jesus von Nazareth ab, so die Erklärung. Stolz präsentiert der Betrieb den früheren bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit und CSU-Politiker, Markus Söder, mit Schülerinnen auf einem Foto.

    http://web.archive.org/web/20170211002956/http://www.lernmitmir.org/images/lernmitmirprivatsesselbach1.jpg
    Markus Söder (CSU, hinten r.) auf einem Foto der Schule von „Universelles Leben“, Quelle: ⇲ UL/Lern mit mir

    „Kein Wort über den Charakter des Universellen Lebens, nichts“, stellten die Journalisten deshalb zu den Empfehlungen bei den Freien Wählern fest. Zu Wort in der Sendung kam auch der evangelische Pfarrer Michael Fragner. Wenn Politiker diese Schule „in den Himmel loben“, konterkariere das in seinen Augen eine sachgerechte Aufklärung, so Fragner.
    Auf dem Fensterbrett hinter ihm im Bild prangt derweil ein großes Holzkreuz, an das ein ausgemergelter Mann mit Nägeln geschlagen hängt. Eine Dornenkrone rundet das schaurige Kunstwerk ab. Zum Vorgehen der Politiker monierte der Pfarrer jedenfalls: „Das zeugt nicht von besonderem Problembewusstsein.“

    Auch die Pfarrei Michelrieth hat schwer zu tun mit dem missionarischen Engagement von UL, arbeitet sich seit Jahren in einem von Aufklärungsversuchen und Rechtsstreitigkeiten geprägten Kampf ab. Auf der Internetseite der Kirchengemeinde prangt prominent ein Hinweis, der die nötigen Informationen über Hintergründe der Mitbewerber am Religionsmarkt, wirtschaftliche Betätigungen und Aussteigerberichte liefern soll.

    Vor der Kamera zur Rede gestellt, versuchte Günther Felbiger von den Freien Wählern die Kritik der Pfarrer und Vorwürfe der Journalisten abzustreiten. Er sei ein Bildungspolitiker, behauptet er. Ihn interessiere was in der Schule „in der Pädagogik passiert und nicht was der Träger anstellt.“

    Der evangelische Sekten-Experte Behnk wies in dem siebenminütigen Beitrag auch darauf hin, dass nach der Ideologie der sich als Urchristen verstehenden Gruppe die Anhänger dieser Gemeinschaft sich unter die absolute Führung der selbsternannten Prophetin ⇲ Gabriele Wittek stellen müssten. Die 81-Jährige steht im Zentrum der Bewegung. Gegen eine Etikettierung mit dem Begriff „Sekte“ verwehren sich die UL-Anhänger, lehnen diese vielfältig konnotierte Bezeichnung durch die Amtskirchen ab.

    Wegen der hinter UL stehenden Ideologie gerieten deren Anhänger in die „permanente, akute Gefahr“, in einer in der Lehre gepredigten Selbstaufgabe für die Gemeinschaft ihre Freiheit zu verlieren, warnte nun ⇲ Wolfgang Behnk. Diese Gefahr drohe auch den Kindern, welche die freie Schule in Esselbach besuchen.

    Doch alle Versuche zur Schließung der Schule seien bisher gescheitert, gegen kritische Berichterstattung werde aggressiv vorgegangen, heißt es.

    Die Journalisten meinten zum Umgang mit der Organisation: „Jetzt wird sie zunehmend salonfähig gemacht“. Bei den Freien Wählern wehrte man sich gegen eine eingehende Auseinandersetzung mit den Fragen. Er wolle die Lehre des Universellen Lebens nicht bewerten, erklärte Felbinger in die Kamera. Parteigenosse Armin Grein reagierte später offener und gestand seine Unkenntnis, kündigte ein klärendes Gespräch mit der Schulleitung an.

    Ob das helfen wird, ist fraglich. Universelles Leben unterhält einen regen Betrieb unterschiedlichster Unternehmen und greift jede Gelegenheit beim Schopf, weitere Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen – nicht nur in der Esselbacher Schule.

    Auch im Vorfeld des Papstbesuches initiierten Anhänger eine Marketing-Plattform mit dem Titel „Freie Bürger für demokratische Werte“, versuchten mit zugkräftigen Sprüchen und Plakaten Spenden papst- und kirchenkritischer Beobachter einzuheimsen und sogar andere Organisationen mit ihren – für unkritische Beobachter möglicherweise ⇲ durchaus plausibel wirkenden – Botschaften für sich einzunehmen.

    https://abload.de/img/ulfw48jyd.jpg
    Vergleich Werbeplakat Universelles Leben, dann Freie Wähler

    Der Politiker Felbinger wehrte sich hingegen weiter gegen die Tatsache, dass die Empfehlungen der Freien Wähler für die Schule auch die Ideologie der Träger aufwerten kann. Im Bericht macht er auch klar, warum: Er werte damit genau so wenig das Universelle Leben auf, wie wenn er Schulen in katholischer oder evangelische Trägerschaft ein gutes Attest ausstellte. „Das ist Erbsenzählerei“, so Felbinger.

    Ein nüchterne Analyse, stehen doch auch die Ideenwelten hinter diesen Trägern auf höchst wackeligem Fundament. Aber rechtfertigt das, sich dem Universellen Leben unkritisch an den Hals zu werfen? Für bayerische Politiker scheint das in Ordnung zu sein.
    Man fügt sich in das System oder fördert es auch bei Gelegenheit. Doch sind sie denn wirklich die Einzigen, die diese umstrittene „Sekte“ salonfähig machen?

    Die „Kontrovers“-Journalisten bilanzierten die Beobachtungen ihrer Sendung jedenfalls so: „Die Amtskirchen auf einer Ebene mit dem Universellen Leben – mehr Aufwertung geht nicht.“

    http://web.archive.org/web/20160428233315im_/http://www.lernmitmir.org/images/felbingertable100.jpg
    Besuch von Günther Felbinger (MdL), Altlandrat Armin Grein, Esselbachs Bürgermeister Klaus Hofmann und Kreisrätin Ursula von Hahn aus Gemünden (21. November 2011), Quelle: ⇲ UL/Lern mit mir
    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Dazu ⇲ Kurt Eckstein, MdL a.D. (CDU) ⇲ auf seiner Seite:

    FW werten Sekte Universelles Leben auf

    Karl Freller: Freie Wähler werten ⇲ Sekte Universelles Leben auf – Gleichsetzung mit Katholischer und Evangelischer Kirche ungeheuerlich

    Auf völliges Unverständnis trifft bei der CSU-Landtagsfraktion die Tatsache, dass der Landtagsabgeordnete Günther Felbinger von den Freien Wählern (FW) eine von der Sekte „Universelles Leben“ geführte Schule in Unterfranken besuchte und dies ⇲ auch im Nachhinein für unproblematisch hält. In der BR-Sendung „kontrovers“ setzte Felbinger gar die Schule der Sekte mit Schulen in Trägerschaft von Katholischer und Evangelischer Kirche gleich.
    „Diese Gleichsetzung ist ungeheuerlich“, so Karl Freller, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion. „Wer in dieser Weise diese Schule mit dem Namen ‘Lern mit mir im Universellen Leben‘ aufwertet, der wertet die gesamte Sekte auf. Die Gleichsetzung dieser höchst umstrittenen Sekte mit den großen Christlichen Kirchen entbehrt zudem jeglicher Grundlage.“

    „Die Freien Wähler sollten schleunigst klären, wie sie zur Sekte ‘Universelles Leben‘ stehen“, forderte Freller. Wolfgang Behnk, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche bezeichnet das „Universelle Leben“ als Sekte, deren Mitglieder „nicht nur in materielle und finanzielle, sondern auch in geistige und psychische Abhängigkeit“ gerieten.
    Felbinger hingegen erklärte, ihn interessiere nicht, was der Träger anstellt. „Eine solche naive Gleichgültigkeit ist bei einem so sensiblen Thema nicht akzeptabel“, betonte Freller. „Universelles Leben gilt als Sekte. Sie ist kein Vorbild für junge Menschen“, erläuterte Freller. „Das ‘Universelle Leben‘ darf nicht mit den christlichen Konfessionen gleichgesetzt werden“, betonte der CSU-Politiker abschließend. (13.01.2012)

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Eckdaten zu den Freien Wählern in Bezug zum Universellen Leben

    Laut ⇲ Domaintool ist die Seite der Kleinstpartei: Freie Wähler registriert auf: Dieter Potzel; ebenfalls auch als Admin.
    Nach ⇲ Angaben der EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) ist Dieter Potzel Mitglied beim Universellen Leben.
    Weiteres ist hier bei ⇲ miechelrieth.de zu lesen.
    Potzel ist Mitglied der Partei: Freie Wähler, ist ⇲ Inhaber des Blogs: „Theologe“ und gestaltet die politischen Flyer bzw. verbreitet er diese über seine V.i.s.d.P.:


    Flyer bzw. Handzettel bei Freie Wähler, Montage aus Quelle: ⇲ Freie Wähler

    Verlinkungen von Freie Wähler
    Alle drei Verlinkungen, die unter ⇲ „Links“ bei Freie Wähler angeführt werden (Theologe, Kirchenopfer, Spart euch die Kirche), führen zum Universellen Leben bzw. in dessen Umfeld/Netzwerke dessen.

    Es ist schon mehr als auffällig, wie offen hier von beiden Seiten agiert wird. Auf der einen Seite steht im Parteiprogramm der Freien Wähler: Trennung von Kirche & Staat, dabei streben sie genau das an; ihren „Glauben“, verbunden mit dem Staat. Und nichts anderes!

    Das Netzwerk des Universellen Lebens

    https://abload.de/img/netzwerkuniversellesly1khg.jpg

    Grafische Ansicht aller Verbindungen und Organisationen
    --- zum Beitrag der Wittek-Sekte mit Hintergründen & als evtl. Einstieg geht es hier ---

    Dem Universellen Leben in die Grafik geschaut
    Bei den ganzen Recherchen in letzter Zeit stolperte ich immer wieder mal über die Aussagen, dass das Universelle Leben diese oder jene Zugehörigkeit abstreitet; vor allem wenn es um das „Gut zum Leben“ ging. Und ich frage mich: auf welcher Basis? Denn: faktisch kann man zumindest die Verbindung nicht bestreiten.

    Das Universelle Leben oder auch korrekt formuliert: „Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit“ e.V. wurde am 30. Oktober 1985 gegründet und kann so auf der Handelsregisterseite bei kompany abgefragt werden.
    Weiterhin kann man sich kostenpflichtig einen Handelsregisterauszug bzw. auch den Gesellschaftsvertrag (Gründungsurkunde) sowie die Liste der Gesellschafter zukommen lassen.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Vorab aber erst einmal ein Rückblick, was im Ursprungsbericht noch nicht vermerkt war:!

    Das Universelle Leben glaubt an die Weltverschwörung von Juden und Freimaurern; ein Bezug fand auf die Zeitschrift C.O.D.E. sowie auf andere rechtsextreme Quellen statt. (Kontakte bestehen zur Bruderschaft Salem).
    Der Hass auf die christlichen Kirchen und der Antisemitismus sind Brücken zum politischen Rechtsextremismus.

    C.O.D.E. zählt zum Netzwerk des ariergläubigen, großindustriellen US-Rechtsextremen Lyndon La Rouche (LaRouche-Sekte, siehe auch BüSo), dessen Frau 1974 die EAP, die rechtsextreme Europäische Arbeiterpartei gründete.
    Unter Zusammenarbeit mit Lyndon LaRouche erschien bis November 1995 dieses Monatsmagazindes des Herausgebers Ekkehard Franke-Gricksch, publiziert im Diagnosen-Verlag.
    Die Publikation verbreitete gemäß Verfassungsschutzbericht 1992 schwerpunktmäßig revisionistischen, die Kriegsschuld und NS-Verbrechen leugnenden Inhalt.
    Lizenznehmerin der deutschsprachigen Ausgaben war 1980 die C.O.D.E. Verlagsanstalt in Vaduz. Das Magazin ist 1996 aufgegangen in der Zeitschrift Memopress.

    LaRouche/BüSo wurde auch auf den „Mahnwachen für den Frieden“ ab 2014 beworben, einzelne Mitglieder warben dort auch in Sachen Politik für „die richtige Ideologie“ oder beteiligten sich auch an Reichsbürger-Protesten, das alles in zusammen – mal mit russischen Nationalisten, Rechtsextremisten & dem Tolstoi-Institut.

    Zwischen 1985 bis 1997 erschien: Der Christusstaat (Universelle Leben) durch den Schweizer German Murer, der heute Leiter des UL-Verlages „Das Brennglas“ ist und somit Herausgeber der Zeitschriften „Vegetarisch genießen“/“Freiheit für Tiere“.

    Ein kleiner Ausschnitt:

    https://abload.de/img/antisemitismuschristu0rsv6.jpg
    --- Screenshots aus dem Video der Dokumentation „Das Seelenkartell – Die geheimen Machenschaften einer Sekte“ ---

    German Murer entschuldigte sich für diese „dubiose Illuminaten-Verschwörungstheorie“ im „Christusstaat“:

    http://web.archive.org/web/20170208100130/http://maqi.de/universellesleben/img/suche-murer.gif
    --- Screenshot: maqi.de/universellesleben ---

    Die Zentrale der Organisationen befindet sich in Bayern (Würzburg und Umgebung), wo ca. 3.000 Anhänger leben sollen. Die Anhängerschaft im deutschsprachigen Raum wird von Experten auf ca. 40.000 geschätzt.
    Das Berliner Zentrum befindet sich im Bezirk Kreuzberg. Geworben wird durch Plakate, Kleinanzeigen und Auslegen von Werbematerial (u. a. auf Berliner Esoterikmessen) mit verschiedenen Angeboten (z. B. Gottesdiensten, Meditationskursen), ferner mit Büchern, Kassetten und durch das Verteilen der Zeitschrift „Das weiße Pferd“ (früher „Der Christusstaat“).
    In Sachsen gibt es eine größere Niederlassung in Chemnitz und eine kleine Gruppe in Dresden – allerdings beide seit 1998 mit sinkender Bedeutung. Werbung erfolgt regelmäßig auch in Leipzig.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    AKTUELL
    Auf der Homepage von Universelles Leben ist derzeit als Vorstand angegeben: Martin Kübli. Registriert ist diese Seite laut Domaintools auf: Peter Thurneisen – der widerum im Impressum & bei Domaintools der HG Naturklinik steht. Die Technik führt auf den Unbekannten aus Milano zurück: Alfredo E. Cotroneo aus Milano.
    Auf der Seite der Gabriele-Stiftung, welches die Internationale Gabriele-Stiftung Verwaltungs GmbH ist, stehen als derzeitiger Geschäftsführer: Martin Kübli, Ulrich Seifert, Katja Edlund und Harald Dohle; die redaktionelle Verantwortung hat Daniel Zopfi. Auch hier wieder in der Technik: Alfredo E. Cotroneo aus Milano.

    Aus den Quellen: EZW Materialdienst als PDF, Informationsplattform Religion >> Newsletter #1 (26.09.02) als PDF, AntiVeganWiki: Kategorie UL, LaRouche Danger – CODE Zeitschrift

    Da Martin Kübli als Geschäftsführer geführt wird, schaut man einfach mal in die Handelsregisterseiten mit den dazugehörigen Verflechtungen aller Firmen. Und das sieht dann so aus:

    https://abload.de/img/gesamtnetzwerkunivers2dsgh.jpg
    ein Versuch einer Bild-Montage via moneyhouse

    Interessant daran ist, das die Seite „Universelles Leben“ („Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit“ e.V.) nicht auf Moneyhouse aufgeführt wurde, sondern unter „kompany“, wo keine Querverbindungen anhand eines Grafiktools angezeigt werden kann. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Ähnlich verhält es sich auch, wenn man alle Vereine, die in der Grafik aufgelistet sind (oder auch fehlen wie Brennglas etc.), diese über Google+kompany zu googlen. Manche erscheinen nur bei kompany oder sind vielleicht auch gar nicht gelistet! Und dann nimmt man einfach die eingetragenen Personen und sucht sich über Moneyhouse die Verbindungen dazu raus!

    Die totalitäre Wittek-Sekte

    https://web.archive.org/web/20170205221110/http://www.br.de/themen/religion/religion-glaube-bayern-844~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=383f3

    Das „Universelle Leben“ (UL) der Gabriele Wittek, früher „Heimholungswerk“ (HHW)

    Die Wittek-Gruppe bietet in großem Umfang Waren und Dienstleistungen an und ist dem Psychomarkt zuzuordnen.
    Schwerpunkt sind die Branchen wie: Medien, Gesundheit und Lebensmittel. Die Gruppe ist unter zahlreichen Namen in einigen Vereinen und zahllosen Wirtschaftsunternehmen organisiert.

    Universelles Leben (UL) ist eine totalitäre & aggressive Sekte, deren Anhängerzahl in Deutschland auf mehrere Tausend bis mehrere Zehntausend geschätzt wird.
    Die sich als Glaubensgemeinschaft verstehende Gemeinschaft hat einen Buchverlag, eine Ladenkette für vegetarische Lebensmittel und andere kommerzielle Unternehmungen. Allein im Handelsregister von Würzburg sind mehr als 140 „Christusbetriebe“ eingetragen.
    Hinzu kommen ständig wechselnde Gewerbebetriebe. UL ist daneben durch die HG Naturklinik Michelrieth (vormals auch als „Christusklinik“ bekannt) auf dem Gebiet der Alternativmedizin tätig.
    Die Gruppe sieht sich als Anfang des erstrebten „Christusstaates“ der einmal alle anderen politischen Systeme ablösen soll. Anhänger des Universellen Lebens nennen sich auch „Freie Urchristen“.

    Laut Domaintools sind die Seiten: Universelles Leben als auch HG Naturklinik (ehemals Christusklinik) auf Alfredo E. Cotroneo aus Milano mit der dazugehörigen Organisation: Wornex registriert.
    Der Internetauftritt der Wornix SRL beläuft sich ebenfalls auf Cotroneo. In Milano gibt es den Sitz: Libri Vita Universale – Universelles Leben, auch diese Seite wird von Alfredo E. Cotroneo geführt.

    Gabriele Wittek – „Prophetin und Botschafterin Gottes“
    Gründerin des „Universellen Lebens“ (Abk: UL) ist Gabriele Wittek geborene Maden, aus Wertingen (Bayrisch-Schwaben), geb. 1933. Sie ist die spirituelle Führungspersönlichkeit und wird intern als „Prophetin und Botschafterin Gottes“ bezeichnet. Ihre Verkündungen seien nach ihrer Ansicht „der zu erfüllende Auftrag Gottes eines Propheten“.
    Das Selbstverständnis des Universellen Lebens stützt sich auf die biblischen Schriften, aber auch auf die Privatoffenbarungen ihrer Gründerin. Dabei vermischen sich christliche Botschaft, Reinkarnation und Vegetarismus aber auch mit apokalyptischen Endzeit- und Untergangsszenarien.

    Das UL betreibt biologischen Landbau und vermarktet seine landwirtschaftlichen Produkte. Es ist durch eine eigene „Christusklinik“ (jetzt HG Naturklinik Michelrieth) auf dem Gebiet alternativer Medizin tätig. Das UL bietet Kurse an, die das verschüttete Bewusstseinszentren freilegen sollen. Diese bauen insbesondere auf Konzentrations- und Meditationsübungen auf.

    Im Marktheidenfelder Ortsteil Altfeld unterhält das Universelle Leben ein eigenes Gewerbezentrum mit verschiedensten, sog. „Christusbetrieben“. Die Betriebe des UL betätigen sich u.a. in der Bauerstellung und -vermarktung, im Bereich der EDV sowie der Familienhilfe. Es gibt viele Arten von Handwerksbetrieben, so z.B. Schreinereien, Webereien, Schneidereien und Gärtnereien. Sogar eine eigene Bank (Christliche Genossenschaftsbank).
    Besonders wichtig ist für das UL der pädagogische Bereich. Neben Kindertagesheimen, Kindergärten und -horten betreibt das Universelle Leben seit 1991 eine eigene Schule, deren Grundlage seine Glaubenslehre bildet. Anfang 1995 übernimmt die „Bundgemeinde Neues Jerusalem“ die Verantwortung für das UL. Dabei handelt es sich um den Inneren Anhänger-Kreis des UL, ungefähr 800 Personen, die in stark reglementierten Wohngemeinschaften zusammenleben.

    Der Organisation ist auch eine politische Partei angegliedert: Urdemokraten für Recht und Freiheit. Seit 1990 ist die Gruppe mit einem Sitz im Gemeinderat von Hettstadt vertreten.
    Außerdem wird eine Nachrichtenagentur betrieben, die CNA – Christliche Nachrichten-Agentur.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    https://abload.de/img/derlusttterrfq83.jpg
    Jugendgefährdende Inhalte durch die Sekte: Universelles Leben, hier Lusttoeter, durch den Verlag Das Brennglas

    Die kommerzielle Aktivität von UL ist umfangreich und unübersichtlich:

    Bibliotheks-Café & Restaurant Marktheidenfeld (über Sophia-Bibliothek/Gabriele-Verlag Das Wort GmbH)
    ALL-SEIN Grundstücksverwaltung (ALL-SEIN Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, ALL-SEIN Beteiligungs-Fonds GmbH und 5 weitere Gesellschaften)
    Apostel Kräuter Naturprodukte Versand GmbH
    BGV Betriebsgesellschaft für Veranstaltungen mbH
    Bleib Gesund Natur-Versand AG, Birsfelden, Schweiz
    》 Bund-Gemeinde NEUES JERUSALEM
    Bürger beobachten Kirchen e.V.
    CB Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter GmbH (bis 1998 Vereinigte Christusbetriebe Holding GmbH)
    Christusschule (private Grund- und Hauptschule „Lern mit mir im Universellen Leben“, Schulverein „Ich helfe Dir“ e.V.) in Esselbach
    Christusstaat
    Cosmos Chic Textil GmbH (2011 erloschen)
    Das Karussell – Handels GmbH
    Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit e.V.
    Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH GF Dr. Hans-Günter Kugler, Dr. Carsten Wirr (davor mit Arno Schneider); Dr. Carsten Wirr ist gleichzeitig im Impressum der HG Naturklinik geführt
    Die Neue Zeit TV (Vita Vera Verlags GmbH, Bremgarten, Schweiz)
    Einkaufsland (Einkaufsland Altfeld GmbH & Co. KG, Einkaufsland Altfeld Verwaltungs-GmbH. Unter dem Dach dieses Supermarkts existieren außerdem weitere Einzelhands- und Dienstleistungsbetriebe des UL und von UL-Anhängern)
    Erde und Mensch TV (Erde und Mensch TV GmbH, Seregno (MI), Italien)
    ES Bau und Handel GmbH & Co. KG
    Fleisch macht krank! oder auch: Internationales Institut für Erfahrungsheilkunde e.V. Vorstand: Dr. med. Hans-Günter Kugler (1. Vorsitzender), Dr. med. Arno Schneider (2. Vorsitzender), André Aellig (Sekretär)
    Gabriele-Stiftung (G.S. Stiftung Verwaltungs-GmbH)
    Gesellschaft für Betriebssicherheit Altfeld GmbH
    Gutes vom Johannishof Gut für Tiere GmbH & Co. KG
    Gut Axis Vitae GmbH (vormals Hin zur Natur GmbH)
    Gut Terra Nova GmbH, Gut Terra Nova GmbH & Co. Betriebs-KG (Gut Greußenheim)
    Gut zum Leben Nahrungsmittel GmbH
    Heimat für Tiere – Neue Zeit e.V., Birkenfeld
    Helfende Hände Soziale Dienste e.V.
    Helios Stiftung (Helios Stiftung Verwaltungs GmbH)
    HG Naturklinik Michelrieth GmbH GF Sebastian Spoerhase, Dr. Carsten Wirr (gleichzeitig Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH), Dr. med. Peter Thurneysen
    HG Physikalische Therapie Praxisvereinigung GmbH (Die Ölkanne, in der HG Naturklinik Michelrieth)
    Ich helfe Dir e.V. (unter diesem Namen wird eine Privatschule betrieben)
    Innere- Geist-Christus-Kirche
    Internationales Institut für Erfahrungsheilkunde (IIFEh) e.V.
    Kirchenopfer (Webauftritt)
    Kindergärten des „Kindergartenland e.V.“ in Altfeld
    Kosmo Bio-Nahrungs GmbH, Kosmo Bio-Nahrungs GmbH & Co. Beteiligungs KG
    Kosmo Data Abrechnungs-Service GmbH (Werbeagentur)
    Lebe Gesund (mehrere GmbH für Herstellung und Vertrieb von Lebensmitteln)
    Leben im Geiste Gottes e.V.
    N. J. Güter Verwaltungs-GmbH
    Phönix – Schöner Leben GmbH
    Radio Santec GmbH (Tochterunternehmen vom Verlag Das Wort GmbH; betreibt u.a. Sophia TV)
    Santec Media GmbH
    Santec Music GmbH
    Santec Studio und Druckerei GmbH
    Schloss Gelchsheim (Zentrum für Gesundheit und Vitalität Schloss Gelchsheim GmbH, Schloß Gelchsheim GmbH & Co. KG, Schloss Gelchsheim Service GmbH, Schloß Gelchsheim Verwaltungs GmbH)
    Siedlergemeinschaft im Universellen Leben e.V.
    Spart euch die Kirche (Webauftritt)
    TV-Sender Neu Jerusalem weltweit GmbH
    Universelles Leben Verein zur Förderung und zum Schutz des Lebens für Mensch und Umwelt e.V.
    Vegetarische Restaurants Aglio e Olio GmbH
    Vegetarisch genießen via Verlag Das Brennglas GmbH; Geschäftsführer German Murer
    Verlag Das Brennglas GmbH
    》 Verlag Das Brennglas GmbH – Die Lusttoeter
    》 Verlag Das Weisse Pferd GmbH
    》 Verlag Das Wort GmbH
    Wir sind für Sie da Dienstleistungs-GmbH („Handwerker für Alle“ im „Einkaufsland“)
    》 Zeitschrift Das Friedensreich
    》 Zeitschrift Der Steinadler und sein Schwefelgeruch

    (Die Liste ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität)

    https://abload.de/img/dersteinadler4nks1.jpg

    Hinzu kommen „Kulturträgervereine“:

    Kultur im Leben und Denken e.V.
    Studenten im Universellen Leben e.V. – Gesellschaft für Wissenschaften im Universellen Leben e.V.

    Man kann die Vereine und Firmen ihrem Zweck nach grob in vier Gruppen einteilen:

    Verbreitung der eigenen Ideologie (z.B. die Verlage Das Wort und Brennglas, Radio Santec, Sender Neu-Jerusalem)
    Vertrieb von Waren. UL erwirtschaftet einen großen Teil seiner Einnahmen durch die Vermarktung von Bio-Produkten, die z.B. under den Marken „Gut zum Leben“ oder „Lebe Gesund“ verkauft werden. Die Produkte werden teilweise in den sogenannten „Christusbetrieben“ angebaut, in denen Sektenmitglieder nicht selten ehrenamtliche Arbeit im Obst- und Gemüseanbau sowie in der Landwirtschaft leisten. Seit einigen Jahren werden auch Luxusgüter gekauft (Einkaufsland).
    medizinische Dienstleistungen
    Immobilienhandel und ähnliches

    Beurteilung durch deutsche Gerichte

    Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte:

    „Die Ausgestaltung des Gemeindelebens, wie sie aus der „Gemeindeordnung“ des „Universellen Lebens“ hervorgeht, darf in scharfer und überspitzter Formulierung ohne Verfassungsverstoß als totalitäre Struktur bezeichnet werden.“
    – Az. 7 CE 93.2403/M 7 E 93.1976

    In die Urteilsbegründung des Gerichts fließt das Gutachten des Diplompsychologen Alfred Spall vom 12. Juli 1993 ein:

    „Ziel sei erkennbar nicht der selbständig denkende und damit mündige Mensch, sondern der, der das Denken bereits überwunden habe, der sich der Ideologie des Werkes kritiklos unterwerfe.‘ […] Die Entindividualisierung wird nur als Läuterung, als bewusste Umwandlung des negativen […] deklariert. Der Mensch, der in Gott wurzele, halte sich von all den Diskussionen und Meinungen der Mitmenschen fern.“

    http://web.archive.org/web/20170206025907/http://www.anti-jagd-demo.de/images/berlin406110.jpg
    Anti-Jagd-Proteste und Demos, hier Berlin

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Zum Abschluss eine eindringliche Dokumentation, gegen die das Universelle Leben geklagt hatte:

    Der Film des Hessischen Rundfunks (HR) sorgte 1993 in Unterfranken für Wirbel. Unter dem Titel „Das Seelenkartell – Geheime Machenschaften einer Sekte“ hatten Ulrike Bremer und Kamil Taylan einen Film über das Universelle Leben (UL) gedreht, der am 10. Dezember im Abendprogramm der ARD gesendet wurde.
    16 Jahre nach seiner Ausstrahlung beschäftigt der Streifen erneut die Gerichte.
    Die Gemeinschaft um die UL-Prophetin Gabriele Wittek fordert die Entfernung des 44-Minuten-Videos aus dem Fundus des Landkreis-Medienzentrums Altötting. UL-Rechtsanwalt Christian Sailer hat einem Bericht der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) zufolge einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Sailer argumentiert, der HR-Beitrag von 1993 sei „voller Hetze“, die Sachverhalte seien gegenstandslos und veraltet. Außerdem sei der Landkreis zu weltanschaulicher und religiöser Neutralität verpflichtet.
    Der ARD-Beitrag beleuchtet unter anderem die Rolle zweier zum damaligen Zeitpunkt wichtigen Männer „hinter der Prophetin“, die im UL-Firmen- und Finanzkonzern ganz oben standen. Die beiden liefen Sturm gegen den Film, Gerichte kamen allerdings zu der Überzeugung, die von den „Christusfreunden“ beanstandeten Textpassagen seien vom Recht auf freie Meinungsäußerung und der Freiheit der Berichterstattung gedeckt

    In der Zwischenzeit gab es in der Führungsetage der Gemeinschaft Veränderungen. Das System der Ausbeutung vieler Gutgläubigen durch einige wenige funktioniere aber nach wie vor, sagen Aussteiger. Nach wie vor steht auch Gabriele Wittek an der Spitze des UL. Die heute 76-Jährige tritt nur nicht mehr öffentlich als „Sprachrohr Gottes“ in Erscheinung.
    Der Landkreis Altötting wehrt sich gegen das Ansinnen der „Christusfreunde“. Bei dem HR-Video handele es sich um ein Zeitdokument, so der Altöttinger Rechtsanwalt Gerhard Michel, nicht um die persönliche Meinung des Landkreises. Im Medienzentrum gebe es kritische Beiträge auch über Franz-Josef Strauß und die katholische Kirche. Der Beitrag übers UL ist seit 2000 neun Mal von Schulen ausgeliehen worden.

    Ein Urteil des Verwaltungsgerichts München wird in Kürze erwartet. Dem Vernehmen nach geht das UL wegen des HR-Beitrags auch gegen das Erzbistum Köln, die Erzdiözese München-Freising und das evangelische Dekanat Bad Windsheim vor.

    Universelles Leben – Das Seelenkartell – Die geheimen Machenschaften einer Sekte

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Recherchen entstammen aus folgenden Quellen & weiteren Verweisen zum nachlesen; einige Links davon sind archiviert:

    Michelrieth.de, AGPF (Die Wittek-Sekte), AGPF (Das Universelle Leben und die Gerichte), Katja Riebel, religio.de (Universelles Leben/Wittekismus), Religionsinfo (Universelles Leben ehemals: Heimholungswerk Jesu Christi), Psiram, Wikipedia, Bayrischer Rundfunk, Indymedia, Wiener Zeitung, BBS Wertheim, Tagesspiegel sowie AGWelt

    Von Pokemon zur Thelema-Sekte bis hin zu O.T.O., Freimaurer und A∴A∴

    https://abload.de/img/pokemomsektethelemaot6qjys.jpg

    Ein Blick in ein Netzwerk eines Jugendlichen

    Seit Tagen nun schon möchte ich etwas Recherchiertes über Thelema schreiben, aber ich komme einfach nicht dazu. Zu viele Infos, die erstmal sortiert und ausgewertet werden müssen.
    Erst gestern hatte ich den Presseartikel von Peter R. gepostet, der dort seinen Ausstieg aus der Thelema-Sekte beschrieb, in die er mit ca. 17 Jahren so nach und nach gelang.

    Folgendes Profil fand ich heute auf Facebook und es hat mich geschockt. Dieser junge Mann, ist er 15 oder 17 Jahre? Älter? Jünger? Ist über die ersten Interessen von „Pokemon“, „Herr der Ringe“ und „Das große Fressen“ zu Thelema bzw. auch O.T.O. gelangt. Seine Internet-URL ist neben seinem Namen mit der 666 ergänzt.
    In seiner Freundesliste ist mindestens ein Lehrbeauftragter, ein Psychologe und weitere Menschen aus sozialen Einrichtungen.

    In seiner Facebook-Chronik schrieb er Ende letzten Jahres folgendes:

    https://abload.de/img/jonasthelemaotot7jyz.jpg

    LIKE-ANGABEN
    Dazwischen reihen sich Like-Angaben von RT-Deutsch, Andreas Popp und ganz klassisch QuerdenkenTV. Ganz viel über Thelema, O.T.O. aber auch Themen wie MMS, das Freimaurer-Magazin oder das Bedingungslose Grundeinkommen von Ralph Boes ist dort aufgelistet:

    https://abload.de/img/likelistesekten6isn3.jpg
    (Zusammenstellung einiger Like-Angaben)

    NETZWERKLISTE

    In seiner Freundesliste befinden sich neben vielen „Ordensbrüdern“ (Frater) der Thelema-Sekte, A∴A∴ und O.T.O. auch Jo Conrad (Bewusst.TV) sowie Ralph Boes! Ja, genau der: mit Hartz IV bzw. BGE:

    https://abload.de/img/netzwerklistethelemae3pbw.jpg
    (Zusammenstellung einiger „Freunde“)

    Neben Ralph Boes und Jo Conrad finden sich dort neben einem Facharzt für Psychiatrie weiterhin: ein Lehrbeauftragter und ein Inhaber eines Kinderhospitals.

    Einige seiner Freunde sind u.a. auch in solchen geschlossenen Facebook-Gruppen zu finden:

    https://abload.de/img/order06sqn.jpg

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Kurzer Rückblick auf Ralph Boes in Zusammenhang mit der Hare Krishna Sekte, Inge Hannemann (jetzt bei DIE LINKE) & Gitta Peyn (Thelema-Sekte, laut ZEIT Online Aussteigerin)
    Fange ich mal mit Inge Hannemann und Gitta Peyn an.
    Ralph Boes, der vor einiger Zeit eng dem Unterstützerkreis & Netzwerk von Inge Hannemann angehörte (und vielleicht immer noch angehört), deren „Empathie-Coach“ keine andere war als Gitta Peyn (Tordis van Boysen) – ehemalige Ausbilderin der Thelema-Sekte in Bergen, wie dies ein Pressebericht belegt; ist wieder in solch dubiosen Netzwerken, was Sekten betrifft, zu finden.

    Inge Hannemann geriet schnell in die Kritik, weil sie sich vorzugsweise in Kreisen von kruden Esoterikern, Verschwörungsideologen, der Querfront und bei Neuen Rechten aufhielt, denen sie allen ausführliche Interviews für ihre Desinformations- und Reichsbürger-Portale gab. Fast alle kritischen Berichte wurden – trotz Faktenlage – aus dem Netz verbannt und weggeklagt. Nur einen kritischen Artikel gab es 2014 in der taz, ansonsten blieb es still.
    Es folgten zwar immer wieder Distanzierungen, die sie aber real nie einhielt. Vermutlich ging es aber auch da: nur um´s Geschäft. Von wem sie gecoacht wurde, schrieb ich ja bereits oben.

    https://hartzvierrebellin.files.wordpress.com/2016/04/ingehannemann_ralphboes.jpg?w=768
    Inge Hannemann zu Hause bei Ralph Boes in Berlin bei einem BGE-Netzwerktreffen 2015

    Gitta Peyn hatte in der Vergangenheit viel PR und projektunterstützende Maßnahmen für Inge Hannemann, Norbert Wiersbin und weitere getätigt. Das Buch von Norbert Wiersbin – mit einem Vorwort Hannemanns; erschien in ihrem eigenen Verlag.

    Weiterhin war Peyn auch gern gesehene „schützende Hand“ vor Kritikern, die offenlegten, das Hannemann der Querfront und Neuen Rechten nahe steht und Personenkult betreibt.
    Lange Zeit versuchte Gitta Peyn, ein (für Journalisten) doch wichtiges Interview, welches Hannemann einem Neuen Rechten gab und welches sehr viel über die kruden Gedankengänge Hannemanns offenbarte (Angst vor Zwangseinweisung wegen „Whistleblowing“ – welches es aber nie gab; das permanente verbreiten und verbreiten lassen von Verschwörungstheorien, „Berlin hätte sie zur Chefsache erklärt“, „man könne sie für einen Terroristen halten“ – das Video ist kaum auszuhalten!), vom Netz nehmen zu lassen. Allerdings erfolglos.
    Daher versuchte man dann im Nachgang, die Falschmeldung zu verbreiten, dass das gesamte Video ein Fake war. Aber auch das: misslang.
    Es ist weiterhin u.a. hier zu finden, auch wurde dem Thema aufgrund dieser perfiden & subtilen Vorgehensweise ein ganzer Artikel in diesem Blog gewidmet.

    https://hartzvierrebellin.files.wordpress.com/2016/04/arbeitsagentur-als-arbeitslager1.jpg?w=1250&h=&crop=1
    Email von Gitta Peyn an Olivier Renault (Screenshot vom Video)

    Sie bot Renault den Vorschlag, mit ihr zusammen Verbesserungen vorzunehmen.
    Gleiche Vorgehensweise wiederholte sich ein Jahr später, wo sie einen Offenen Brief an Robert Betz schrieb, der hier im Blog bei GWUP-Die Skeptiker nachzulesen und in der Facebookgruppe scharf diskutiert wurde.

    Auszug:

    Ich bin es leid, täglich mit Menschen zu tun haben, deren Elend Sie zu verantworten haben.
    Ich bin es leid, hinter Ihnen aufzuräumen. Ich bin es leid mir mit anzusehen, wie Sie Klarheit und Wahrheit verhindern und so einen nicht unerheblichen Beitrag zum Elend auf dieser Welt leisten […]
    Wie schaut es mit Ihrer Bereitschaft aus, Ihr Modell der Welt aufzuräumen und daraus etwas zu machen, das der Welt wirklich dient?
    Sagen Sie mir wann und wo. Ich bin bereit und würde mich freuen, wenn Sie diese Herausforderung annehmen.”

    Peyn, die heute ja für einen angeblichen Opferschutz plädiert, was allerdings immer unglaubwürdiger wird; war (oder ist immer noch) vernetzt mit hunderten von Erwerbslosen und entsprechenden Initiativen.
    Heute leitet Peyn zusammen mit weiteren Mitgliedern & Anwälten des ehemaligen Netzwerks rund um Hannemann den Verein: Die Notbremser e.V. Eine Tätigkeit, wo man „endlich wieder Opfer hat“, denen man „helfen kann“, vielleicht nicht nur im Bereich diesen Projektes….
    Eine Distanzierung kann man bei ihr bis heute nicht erkennen, auch änderte sie – wie andere Aussteiger das tun mussten, weder ihren Namen, noch zog sie von ihrem Wohnort weg und lebt weiterhin nahe Bergen, wo auch der Verein ansässig ist.
    Sie betreibt weiter ihre Grundhaltung, eine Userin aus der GWUP-Gruppe hat das ganz passend beschrieben, wobei ich persönlich das Wort „Glauben“ noch in Anführungsstriche gesetzt hätte:

    ❝Du willst den Glauben, den die Betz-Anhänger haben, durch einen anderen, von dir definierten, besseren Glauben ersetzen.❞

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Aber zurück zu Ralph Boes. Und zur Hare Krishna Sekte. Und wie Ralph Boes Sekten definiert.

    Aus einem Bericht der Hare Krishna Sekte Gour-Ni-Times/ISKCON aus 2012 geht hervor, das Ralph Boes dort nicht nur zu Besuch im Berliner Tempel war, sondern im Text auch als Brahmanische Lehrer im Vergleich zu Hare-Krishna-Mönchen dargestellt wird.

    http://web.archive.org/web/20170205021908/http://www.gour-ni-times.de/wp-content/uploads/2012/09/120905-ralph-boes-hare-krishna1.jpeg
    von links nach rechts: Dominik, Sharadvan Dasa, Ralph Boes, Krishna Chaitanya Dasa, Paramshreya Dasa (Phillip Trier Rabe). Das Treffen wurde von Mathias Sabji organisiert. (Berlin, 2012)

    Aber die Hare Krishna Bewegung vergleicht auch an Ivo Sasek, den sie ebenfalls neben Ken Jebsen, Lars Mährholz, den Montagsdemos, Verfassungsschutz und Weltuntergang in ihren Programm haben.

    Ralph Boes, der in der Querfront zu verorten ist, schrieb zum kritischen Kommentar eines Users auf seiner Facebookseite:

    Hare Krishna ist eine Sekte – ok. Die Banker sind aber auch eine, eine wesentlich gefährlichere übrigens. Unsere Politiker sind auch eine, die katholische Kirche erst recht.
    Selbst die Grundeinkommmensbewegung ist von anderen Standpunkten aus als eine Sekte anzusehen! „Sekten“ gibt es so viele, wie es Menschengruppen gibt.
    Jeder Mensch und jeder Gruppierung geht naturgemäß von zunächst einseitigen, besonders für SIE zutreffenden Standpunkten aus. Die Kunst ist die BEGEGNUNG! Nur in der Begegnung gelingt es, die Einseitigkeiten zu überwinden. Offenheit, Lernbereitschaft und Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem „Anderen“ entscheiden, ob man „Sekte“ ist, oder nicht.❞

    Das alles ist schon ziemlich strange. Liest man sich den Artikel beim Tagesspiegel durch, könnte man meinen, das hier ein totaler Widerspruch in Bezug zu Armut (Hartz IV/BGE) vorliegt.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Das alles sind Dinge, die Jonas wohl nie erreichen werden.
    Der oben abgebildete Facharzt für Psychiatrie selbst ist in der Gruppe BewusstTV, der Inhaber des Kinderhospitals und Pädagoge bei Grone Bildungszentren Schleswig Holstein/Lübeck ist ebenfalls im Thelema/O.T.O.-Fieber.
    Einzig der Lehrbeauftragte scheint frei von diesen Parallelgesellschaften zu sein, zumindest, was man anhand von Facebook ersehen kann.

    Satanismus in Deutschland: Eine schaurige Realität

    http://web.archive.org/web/20170204003526/http://www.k-l-j.de/images/fotos/036.jpg

    Die Thelema-Sekte via: theintelligence.de

    Seine Kutte hat er verbrannt, den rituellen Dolch als Zeichen endgültiger Lösung von der Vergangenheit in die Donau geworfen. Aber ein wohl im intimen Kreis aufgenommenes Foto zeugt von Peter R.s Vergangenheit als Satanist: Dunkler Umhang, schwarze Kontaktlinsen, die den Blick stechend machen, schwarz umrandete Augen. Eine Vergangenheit, die ihm zum Verhängnis wurde.

    Für die Gesellschaft ist der heute 26-Jährige ein Versager, der es sich mit Hartz IV bequem gemacht hat. Für die Eltern ist er ein Schmarotzer. Sie haben den Kontakt abgebrochen. Für die ehemaligen Schulkameraden ist er der einstige Außenseiter, der es auch im Leben zu nichts gebracht hat. Für das Arbeitsamt ist er ein Fall, der schwer zu vermitteln ist. Seine ehemalige Lebensgefährtin und einige enge Freunde kennen seine Geschichte, wissen aber nicht, wie sie helfen sollen. Die Medizin attestiert R. gesundheitliche Probleme, die ihm ein normales „Funktionieren“ unmöglich machen: Vor einiger Zeit wurden bei Peter R. organische und anorganische Insomie (chronische Schlaflosigkeit) diagnostiziert, außerdem eine zyklische manische Depression, mit ausgeprägten Hoch- und Tiefphasen. Doch wer ist Peter R. wirklich?

    Während des ersten Teils unseres Gesprächs sitzt er auf der abgeschabten Couch in seiner Zweizimmer-Wohnung. Er trägt Jeans und ein Metal-Shirt und wirkt ruhig und gesprächsbereit. Seinen linken Oberarm ziert eine halbnackte Frau, den rechten ein Drachen. Die dunkelbraunen Haare hat er sich erneut wachsen lassen und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden: „Als ich sie damals abgeschnitten habe, war das ein Versuch, sich an die Gesellschaft anzupassen“, erklärt er. Damals – das war die Zeit nach dem Satanismus. Ein Anpassungsversuch, der fehlgeschlagen ist. R. geriet in Konflikt mit Meister und Kollegen, musste seine Lehre abbrechen, konnte aufgrund mangelnder Ausbildung beruflich nicht Fuß fassen.

    Die Wände in der Wohnung sind mit Postern bedeckt: Verspielte Gothic-Liebespaare, Symbole nordischer Mythologie. Schließlich beginnt er zu sprechen. „Ich war lange in einem satanistischen Zirkel“, erzählt er mit leiser Stimme, „angefangen hat es mit 17.“ Bei einem Konzert sei er von zwei Männern auf der Toilette überwältigt und missbraucht worden. Wenn er daran denke, habe er immer noch den Geruch von Erbrochenem und Blut in der Nase. Und seitdem habe er große Probleme mit dem Schließmuskel.

    Nach Intervention eines Freundes, der später sein bester Freund werden sollte, schloss sich Peter R. nach diesem Vorfall einer satanistischen Gruppe an. „Damals hatte ich nur Rache im Sinn“, reflektiert er seine Gefühle. Rache an den beiden Verbrechern, Rache an der schlagenden Mutter, die ihn von Kindesbeinen an so misshandelte, dass ihn andere Kinder beim Schwimmen fragten, warum er rote Striemen auf dem Rücken habe. „Er war so ein guter Junge als Teenie“, seufzt die Mutter hingegen heute, „aber jetzt ist er verdorben. Lässt sich von anderen die Kleidung bezahlen“, spielt sie erbost auf eine Hilfsaktion von Freunden von R. an, „sowas Entwürdigendes. Er ist arbeitsscheu. Wir damals, wir hatten noch Stolz und Ehrgeiz, um eine Ausbildung zu schaffen, aber das ist heute wohl anders.“ Im Laufe des Gesprächs wird der Ton zunehmend hysterischer. Denn dass Peter R. seine Ausbildung abgebrochen hat und nicht arbeitet, das kann sie ihm nicht verzeihen. Auf die Frage hin, ob sie ihm als Mutter nicht helfen wolle, antwortet sie: „Nein, das muss er selber regeln. Er macht mich krank. Und seine Briefe stinken nach Rauch. So wie er auch.

    Doch was ist nach der Vergewaltigung geschehen? Gemäß den Lehren der Ikonen des Satanismus, dem Briten Aleister Crowley und dem US-Amerikaner Anton Szandor LaVey wurde Peter R. in die satanistische Philosophie eingeweiht.
    Der religiöse Unterbau der Organisation bestand in der Pervertierung christlicher Werte: Der Mensch als Gott, Satan an der Stelle des Gottes, der versagt hat. Verwoben in ein magisches Weltbild, in dem Rituale und der Glaube an unsichtbare Mächte Raum haben, entstand der Boden für blutige Szenarien.

    „Das funktioniert wie bei allen Sekten“, sagt R. rückblickend, „es gibt eine strenge Hierarchie, der eigene Freiraum wird eingeengt und es gibt äußere Feinde.“ Was ihn am Satanismus angezogen habe? „Ich wollte Macht spüren und nicht mehr Opfer sein. Das verspricht der Satanismus. Die Leute hatten Angst vor mir.
    Außerdem war ich endlich Teil einer Gruppe.“ Doch der Traum von Macht und Zugehörigkeit war bald ausgeträumt. Ein typischer Trick: „Die Ängste der Person werden ausgelotet und dann Ekeltraining praktiziert, etwa mit Spinnen. Im Rückblick waren es massive Demütigungen.“
    Dieses Ekeltraining sei gesteigert worden, um Hemmschwellen abzubauen. Beispielsweise ist ein Ritual praktiziert worden, von dieser Gruppe „Schibboleth“ genannt, bei dem ein Frosch als Verhöhnung Jesu ans Kreuz genagelt wurde. „Irgendwann ist man unter dem Einfluss von Drogen zu fast allem bereit“ – obwohl R. heute noch nicht weiß, welcher Art die Drogen waren.
    Sexualmagische Praktiken spielten bei dieser Form des Satanismus eine große Rolle, berichtet der Aussteiger weiter, wobei er während der nächtlichen Rituale beides gewesen sei: Täter und Opfer. „Man darf sich nicht generell vorstellen, dass alles mit Gewalt geschieht. Viele Frauen haben freiwillig mitgemacht und ich habe mich auch dafür hergegeben. Trotzdem war es furchtbar.“
    Doch nach seinem Priesterinitiierungsritual befragt, stockt der 26-Jährige: „Darüber kann ich nicht sprechen.“ Vielmehr schwenkt er um: Trotz allem habe er mit Hängen und Würgen nebenbei sein Abitur bestanden, die Eltern hätten nichts von seinem heimlichen Leben geahnt oder seien einfach zu gleichgültig gewesen.

    Fest steht: Die Mitglieder der Gruppe waren unterschiedlich alt. Eine Gruppe älterer Perverslinge in den Meisterrollen, die Jugendliche für ihre sadistischen Gelüste missbrauchten? Nächtliche Treffen in Kutten in einsamen Waldstücken waren die Regel. Eines dieser Waldstücke zeigt mir R. bei einem Spaziergang. Doch wie hat die Kommunikation funktioniert, wenn unter den Kutten niemand erkennbar war? „Einige Leute hat man gekannt“, sagt R. Sonst sei über Telefonzellen oder Boten kommuniziert worden, die Codes überbrachten, ohne selbst zu wissen, was sie weitergeben.

    Mit 21 gelang ihm der Absprung. Auslöser sei gewesen, dass die Gruppe geplant habe, nach skandinavischem Vorbild Kirchen anzuzünden. Ein Schritt zu viel für R. Wie er den Ausstieg schaffte, darüber schweigt er. Doch nächtlich holen ihn die Geschehnisse in Alpträumen wieder ein. Wenn er denn schlafen kann.

    http://web.archive.org/web/20170204005658/http://1.bp.blogspot.com/-_qGdApI1wCE/UH6Sq9qNxuI/AAAAAAAABo8/jwqUanUV4fQ/s1600/The+Master+Therion+666+-+Crowley+-+Thelema+-+The+Books+of+Foundation+-+Occult.jpg#5653168023915048556

    Rund 40.000 Satanisten unterschiedlichster Couleur soll es in Deutschland geben, vom Modesatanismus bis hin zu kriminellen Organisationen. Gruppen sind oft nur örtlich aktiv. Dabei ist das Thema nicht erst seit dem spektakulären Satanisten-Mord von Witten aktuell. Sabine Riede, Leiterin der Sekten-Info Essen, und der Weltanschauungsbeauftragte der katholischen Kirche im Kreis Rotenburg und Satanismus-Experte, Roger Moch, haben fast täglich mit dem Phänomen zu tun:

    Riede hält die Schilderungen von R. für authentisch: „Vor allem das sadistische Ekeltraining und die sexualmagischen Praktiken passen zur Thelema Society“, ordnet Riede die Geschehnisse ein.
    Auch das zuvor erwähnte „Ritual des Schibboleth“ hält sie für sehr realistisch, vor allem, da solche Praktiken noch kaum durch die Medien gegangen seien, also nicht bekannt sein könnten. Riede hat zurzeit eine junge Frau in der Beratung, die ebenfalls den Thelemiten angehört hat. Die Betroffene hatte seinerzeit zwar ihre Zustimmung zu Sado-Maso-Praktiken gegeben, wurde dann aber fast zu Tode gewürgt. Zu sprechen ist sie aufgrund ihrer Traumatisierung nicht.

    Pastor Moch findet die Tatsache interessant, dass die von R. geschilderte Gruppe gemischten Alters war. Denn auch angesehene Persönlichkeiten gesetzteren Alters aus einflussreichen Berufsgruppen könnten Satanisten sein, so der Pastor. Das vom Betroffenen beschriebene Ekeltraining sei typisch, ganz nach dem Motto: „Was uns nicht tötet, macht uns härter“. Die erwähnten, pervertierten Rituale gingen auf den Magier Crowley zurück, der zu Lebzeiten mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geriet: „Seine Rituale werden beispielsweise bei den Thelemiten praktiziert und da ordne ich den jungen Mann ein.“

    „Mit Wodka zur Unsterblichkeit“, so laute der bizarre Werbeslogan der Gesellschaft aus Bergen/Dumme derzeit, deren Vorsitz lange der mehrfach vorbestrafte Michael D. Eschner führte, der wegen Vergewaltigung und Folterung sechs Jahre Haft erhielt und sich als Reinkarnation Crowleys verstand.
    In solchen Szenarien dürfte sich auch die Schnittstelle befinden, die die Satanisten- mit der Pädophilenszene verbindet, vermutet Moch: Rituale werden aufgezeichnet und verkauft, Jugendliche für diese Zwecke von Schwerstkriminellen übelster Sorte missbraucht.

    Doch warum nehmen Menschen freiwillig an solchen Praktiken teil? Was ist ihre Motivation?
    „Drogen, Alkohol, Sex und Macht, indem die Thelemiten dies versprechen, bringen sie junge Leute dazu, teilzunehmen. Dabei suchen sich die Satanisten gerne Jugendliche aus, die Probleme haben, so wie den jungen Mann“, betont Moch, „Die Funktionsweise ist dabei simpel: Sagt der Christ ‚Amen’, sagt der Satanist ‚Nema‘. Und das Kreuz steht auf dem Kopf.“ Umkehrung christlicher Werte also, Ausbruch aus der traditionellen Ordnung. Clever genug, würden sich Organisationen immer wieder umbenennen und seien juristisch schwer greifbar.

    So auch die Thelema Society, die noch vor der Church of Satan als gefährlichste satanistische Logenorganisation gilt. Erst seit 2001 trägt sie den jetzigen Namen und wirbt auf ihrer Website mit dem scheinbar unverfänglichen Thema ‚persönliche Entwicklung‘.

    Wie Crowley für die Thelema Society als geistiger Vater gilt, so auch für fast alle satanistischen Bewegungen, die als Logen organisiert sind. Die Church of Satan hingegen geht auf Szandor LaVey zurück und wird aufgrund ihres Sozialdarwinismus als gefährlich erachtet. Denn der Leitsatz heißt: „Dem Starken gehört das Recht dieser Welt.“

    Grundsätzlich gilt es dabei zwischen Erwachsenen- und Jugendsatanismus zu unterscheiden, wobei der Fall von R. klar zu ersterem gehört.
    Bei Jugendorganisationen handelt es sich hingegen meist um flüchtige Formierungen, die oft in der Black Metal-Szene angesiedelt sind, aus der ihre Vorbilder wie etwa Varg Vikernes, Gründer des Black Metal-Projektes „Burzum“, stammen. Sie stehen häufig dem rechten Spektrum nahe und bezeichnen sich selbst als Rassisten. Vikernes wurde im übrigen wegen Mordes zu 21 Jahren Haft verurteilt.

    Die Black Metal-Szene formierte sich dabei zu Beginn der 90er Jahre, hat skandinavische Wurzeln und ihre Vorläufer in Darstellern wie Ozzy Osbourne oder „Slayer“. Nicht zu verwechseln ist diese gegenüber dem Logensatanismus mildere Form des Satanismus mit simplen Protestsignalen wie dem Hörnerzeichen, das häufig bei Konzerten zu sehen ist und das für eine Negierung geltender Werte steht.
    Nicht gleichzusetzen ist der Satanismus mit der Gothic-Szene, die mit Tod und Melancholie nur flirtet und eine eigene Subkultur bildet. Die Übergänge können aber fließend sein.

    „Was ich gefährlich finde, ist, dass Organisationen wie die Thelema Society im Internet sehr präsent und somit auch Jugendlichen zugänglich sind“, warnt die Sektenexpertin Sabine Riede. Denn diese Sekten lockten mit der großen Freiheit, was vor allem für Jugendliche interessant sei, doch diese Freiheit entpuppe sich letztlich als mörderisches Gefängnis, wie die von ihr betreuten Mitglieder bestätigen könnten.

    Weitere Infos sind erhältlich bei der Sekteninfo Essen, www.sekten-info-nrw.de, oder Pastor Moch: Telefon 04269/1899.

    Selbsternannte (rechte) Internet-Ermittler: Radovin Zips

    https://abload.de/img/ballahous9.jpg

    ❝Ich mache Radio für alle. Und es gibt Fakten“, die es sonst nicht gibt❞.

    Spricht ein selbsternannter „Internet-Fahnder in Uniform“, der mehr in den Kreisen der Reichsbürgerbewegung zu verorten ist, worüber bereits hier schon einmal in Kürze eingegangen wurde.

    Im Zuge von Recherchen über die Thelema-Sekte ergab ein Treffer u.a. die Seite von Radovin Zips.
    Das Design fiel auf und kam bekannt vor. Aber auch irgendwie der Name. Und richtig: Radovin Zips, Betreiber des Internet-Radios „Alternative Welle“ ist in diversen Fällen so genannter „selbsternannter Internet-Fahnder“, über den sogar schon einmal der Focus berichtete.
    Nicht aus Gründen, um wirklich aufklären zu wollen – betreibt er u.a. diese Seite, auch wenn er angibt, das es bei ihm die Fakten gibt, die es sonst nicht gibt. 😎 Die Truther!

    Woran das liegt?
    Radovin Zips gehört zur Bewegung der Reichsbürgerszene. Diesen Menschen geht es nur darum, „aufzuklären“ – und zwar: das Behörden und Ämter pfuschen. Für sie ist es Willkür, Jugendämpter nehmen per se Kinder weg (davon gibt es massig Seiten im Netz – die wiederum auch bei sektenähnlichen Gruppierungen wieder landen), sie sehen in unserem Staat eine Diktatur. Ja – Diktatur ist richtig. Willkürliche BRD-Diktatur nennen sie das. Manche setzen diese sogar mit dem 3. Reich gleich.
    Ein Paar mit Kindern aus dem Querfront-Netzwerk hatte sogar schon die Ausreise in das beliebte Russland gesucht. Schließlich sind das ja die Freunde und Netzwerke, die auch die Reichsbürgerproteste hier in Deutschland mit fördern und unterstützen; siehe letzter Artikel.
    Aber in diesem Fall hat Russland nicht geholfen und nun ist das Reichsbürgerpärchen (und die Kinder, u.a. ein Baby & Kleinkind) weiter auf Suche nach Asyl.
    Wenn in solchen Fällen dann das Jugendamt einspringt, ist so etwas nur zu begrüßen!

    Interessanterweise hat er auf seiner Seite ein paar Fotos aus Bergen, die er aber ansonsten (flickr, Facebook etc.) nicht zeigt. Es soll das Haus der Thelema-Sekte in Bergen zeigen, bestätigen lassen kann sich dies, auch über eine Rückwärts-Bildersuche bei Google, aber nicht:

    http://web.archive.org/web/20170203004950/http://www.alternativwelle.eu/katrinkonert/media/images/thumbnails/1000-sektenhaus-neue-strasse-500.jpg

    http://web.archive.org/web/20170203005027/http://www.alternativwelle.eu/katrinkonert/media/images/thumbnails/1000-sektenhaus-breite-strasse-500.jpg

    An Aufklärung ist diesen Menschen niemals gelegen, sind sie doch in anderen sektenartigen Gefilden ebenso zu finden.
    Herr Zips betreibt noch weitere Websiten, einschließlich Facebook & Twitter. Ob sein Buch: „Die Lüge von Trier“ jemals im Buchhandel erscheinen wird (oder doch eher beim verschwörungsideologisch und rechten KOPP-Verlag) – Herr Zips wird es sicherlich verkünden!

    https://abload.de/img/reichsbrgerlikesiwjqw.jpg

    Ähnliches gibt es auch im Bereich NSU. Wo ebenfalls rechte Blogger seit Jahren versuchen, mit Hilfe von Verschwörungstheorien den Fall noch weiter zu verklären, um somit die Aufklärung weiter zu erschweren bzw. vom rechtsextremistischen Hintergrund abzulenken.

    Also: Augen auf bei der Recherche, wenn ihr auf der Suche nach seriösen Informationen seid!

    Die Verschwörungssekte des Ivo Sasek

    https://web.archive.org/save/_embed/http://www.br.de/nachrichten/inhalt/collage-sonderthema-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg

    Wir erlösen uns von dem Bösen
    In Schwaben produziert eine christliche Gruppe der Organischen Christus-Generation (OCG) Verschwörungsnachrichten für die Website Klagemauer-TV.
    Dahinter steht ein Esoteriker, Verschwörungsideologe, Geschichtsrevisionist und Holocaustleugner aus der Schweiz: Ivo Sasek.
    Der prophezeit eine Diktatur der Hölle und bekämpft sie mit Filmen, die von Laien und auch Kindern gemacht werden. Das BR-Politikmagazin Kontrovers hat recherchiert:

    Die Welt, die auf Klagemauer-TV gezeichnet wird, ist apokalyptisch und gefährlich: Chaos, Bürgerkrieg, Neue Weltordnung. Die Flüchtlingsströme nach Europa? Eine moderne Kriegsführung der US-Regierung und der „dahinterstehenden Finanzoligarchie“. Die Flüchtlinge seien eingesetzt, um Chaos in Deutschland auszulösen, die Bevölkerung zu spalten – 2017 sei ein Bürgerkrieg in Deutschland ein realistisches Szenario.

    Die „Mainstream-Medien“ verschwiegen solche angeblich wahren Zusammenhänge – das wird Klagemauer-TV nicht müde zu betonen. Täglich werden teilweise mehrere Sendungen online gestellt. Die Beiträge nennen „Studios“ in ganz Deutschland, Österreich oder der Schweiz als Urheber. Das Impressum nennt nur eine unscheinbare Schweizer Adresse am Bodensee. Von den Studios in Augsburg, Roth, Nürnberg, Nürnberg Süd, Karlsruhe oder Dresden fehlt jede Angabe von Adressen oder Namen der Produzenten. Klar ist jedoch nach wenigen Klicks, dass hinter Klagemauer-TV der Schweizer Prediger Ivo Sasek und seine „Organische Christus Generation“ (OCG) steht.

    Verleumdung und Verschwörung

    https://web.archive.org/save/_embed/http://www.br.de/nachrichten/inhalt/collage-sonderthema-108~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=b89ff
    Der Sektenexperte Harald Lamprecht

    Anfang der Nullerjahre fiel er mit Thesen zur Kindererziehung auf, die ihn in den Fokus der Medien und Sektenbeauftragten rückten. Kindern müsse der Wille „gebrochen“ werden. In dem Buch „Mama, bitte züchtige mich!“ lobten seine damals noch minderjährigen Kinder die Vorteile der Schläge mit der Rute und die OCG produzierte eine „Gemeindeschulung“ in der „Aua!“-schreiende Kinder zu vorgelesenen Bibelversen zu hören waren. Die Presse nannte ihn „Prügelguru“. Auf Anfrage schreibt Ivo Sasek heute dem BR, dass er verleumdet worden sei. Er habe seine Kinder nicht mit Prügel, sondern mit Liebe und Sorgfalt aufgezogen. Damals begann Ivo Sasek eine neue Agenda zu entwickeln, meint der Sektenbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens, Harald Lamprecht:

    ❝Hier findet man zum ersten Mal so richtig programmatisch, dass seine Konflikte mit Kirchenvertretern, mit der Staatsmacht und den Medien aus seiner Sicht als letztendlich von Dämonen gesteuert interpretiert werden. Und ich finde darin die frühen Zeugen der Verschwörungstheorie.❞
    - Harald Lamprecht, Sektenbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens –

    https://web.archive.org/save/_embed/http://www.br.de/nachrichten/inhalt/collage-sonderthema-116~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=2d517
    Ivo Sasek 2003 in Dresden

    Mittlerweile ist für ihn die ganze Welt der Schauplatz einer Verschwörung. Wie fromme Christen glaubt Sasek an die Endzeit, den letzten Aufstand des Teufels. Nur findet der für ihn ganz real statt, in Allianz mit außerirdischen und menschlichen Verschwörern. Ebenso nennt er in Predigten, die Kontrovers vorliegen, Geheimbünde wie die Freimaurer, Bildberger oder eine satanische, jüdische Sekte als heimliche Strippenzieher. Europäische Demokratien wie in der Schweiz, Frankreich oder Deutschland seien in Wirklichkeit Diktaturen. Das Ziel des Komplotts sei eine Weltregierung, als Herrschaft des Teufels, und die fast vollständige Vernichtung der Menschheit.

    Der Tanz mit den Nazis
    Sasek gründete das Flugblatt „Stimme und Gegenstimme“, Klagemauer-TV und die Antizensur Koalition, die jährlich unter anderem Esoterikern, Verschwörungstheoretikern, aber auch Rechtsextremisten und dem Präsidenten der Schweizer Scientology, Jürg Stettler, eine Bühne bot. Es sind seine Organe im Kampf gegen die angeblichen Verschwörer.

    https://web.archive.org/save/_embed/http://www.br.de/nachrichten/inhalt/collage-sonderthema-112~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=e2b19
    Screenshot des Films „Hellstorm“, der als „Höllensturm“ in einer Kurzvariante veröffentlicht wurde

    Im Oktober lud Klagemauer den Film „Höllensturm“ hoch – er ist eine Kurzversion des Films „Hellstorm“ des amerikanischen Regisseurs und Neonazis Kyle Hunt, der mit seinem „white man march“ auf den seiner Meinung nach stattfindenden weltweiten Genozid an Europäern aufmerksam machen wollte. In seinem Film thematisiert Hunt angebliche alliierte Kriegsverbrechen und erklärt, die Nazis hätten Deutschland wieder zu einem frohen und hoffnungsvollen Land gemacht. Auf diesen Abschnitt verzichtete Klagemauer-TV, ließ aber den Abspann unverändert, der hitlergrüßende Kinder, tanzende Menschen vor Hakenkreuzflaggen und Idyll-Bildern aus Nazideutschland zeigt.

    Erst nach der BR-Anfrage ist dieses Ende nicht mehr online. „Nie wieder Krieg sollte der Sinn dieser Sendung sein! Nichts Zweites! Keine weitere Kriegspropaganda mehr durch US-Kriegstreiber“, schreibt Ivo Sasek. Doch auch er selbst streift immer wieder den Geschichtsrevisionismus und Positionen der extremen Rechten. In einer Predigt spricht er beispielsweise von einer „befohlenen“ Geschichtsschreibung. Und erklärt in einer anderen, dass es den Weltherrschaftsplänen des Teufels diene, dass jeder jahrzehntelang vom Holocaust und Nationalsozialismus höre. Dass er das immer noch so sieht, führt Sasek in seiner Stellungnahme aus:

    ❝Durch das ständige Hetzen gegen sogenannte Religionsvergehen (was in Wahrheit aber durch rein religiös getarnte Terroristen geschieht) oder gegen Nationalbewusstsein (Holocaust wegen Nationalstolz) wird die Zustimmung der Völker bewirkt, um sowohl jeden Nationalstaat als auch jede Religion aufzulösen. Daraus hervorgehen soll der 1ne Weltstaat mit nur noch 1ner-Weltregierung, mit nur noch 1ner-Weltreligion, 1ner Weltwährung usw.❞
    - Ivo Sasek 2016 in einer Stellungnahme gegenüber dem BR -

    Ein Studio in Mertingen

    https://web.archive.org/save/_embed/http://www.br.de/nachrichten/inhalt/collage-sonderthema-110~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=7d7e0
    Das Druckerei-Gebäude der Sekte in Mertingen (rechts)

    Wer welche redaktionelle Verantwortung bei Klagemauer-TV hat, ist nicht bekannt. Genauso, wo genau die Sendungen aufgenommen werden. Nach Recherchen von Kontrovers befindet sich das Augsburger „Studio“ in Mertingen. Dort trafen sich zuletzt mehrere Dutzend Erwachsene und Kinder zur Fernseh-, Bücher- und Flugblatt-Produktion. Kinder und Jugendliche halfen bei der Tonaufnahme der Sendung, entwarfen Fernsehgrafiken und kopierten DVDs.

    Wer für die Produktion verantwortlich ist, ist unklar – ebenso wem das Gelände gehört. Auf einem Schild steht der Name einer Maschinenbaufirma und des Vereins „Leben in Christus“. Der Schweizer Ivo Sasek will nicht verantwortlich sein: „Was die Mertinger Kinder tun, geht uns hier in Walzenhausen nichts an.“ Aber dann bestätigt er, dass „wenige“ mitwirken würden. Alles geschehe freiwillig und ohne Zwang. Von den Inhalten des von ihnen mitgestalteten Verschwörungsprogramms bekämen die Kinder dabei kaum etwas mit.

    Server in der Schweiz
    Eigentlich wäre für einen Internetsender wie Klagemauer-TV die Bayerische Landeszentrale für neue Medien zuständig. Doch die Produktion sei rechtlich nicht reguliert, heißt es auf BR-Anfrage. Entscheidend sei die Ausstrahlung: „Wenn die Server mit den Inhalten wie in diesem Fall in der Schweiz stehen, können wir nicht dagegen vorgehen.“

    Quelle: BR-Politikmagazin Kontrovers vom 30.11.2016

    «Kirschblüten»-Guru Samuel Widmer gestorben

    http://web.archive.org/web/20170201163625/https://static.a-z.ch/__ip/K49zuGehN5p0x348tnZ0_MjZMLM/56995dee88cf69f3a223a4a07c3f6aa3b321cd86/remote.adjust.rotate=0&remote.size.w=1500&remote.size.h=999&local.crop.h=999&local.crop.w=1220&local.crop.x=280&local.crop.y=0&r=0,n-medium2x-16x9

    Samuel Widmer, Leiter der in Lüsslingen ansässigen Kirschblüten-Kommune, ist tot. Der 68-Jährige starb am 18. Januar 2017 an Herzversagen. Er hinterlässt eine grosse Anhängerschaft von ca. 200 Menschen.

    Paul Samuel Widmer Nicolet (* 24. Dezember 1948 in Zuchwil; † 18. Januar 2017 in Lüsslingen-Nennigkofen) war ein Schweizer Arzt, Psychiater, Psychotherapeut und Autor.
    Er war Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (FMH), tätig in eigener Praxis und lebte sowie arbeitete in Lüsslingen-Nennigkofen in der Nähe von Solothurn (Schweiz).
    Seine Methoden waren in der Öffentlichkeit umstritten:

      Das Inzest-Tabu
      Zusätzlich zu dem Begriff des vollzogenen Inzestes, bei welchem der Vater die Tochter oder der Therapeut die Klientin tatsächlich für seine sexuellen Bedürfnisse missbraucht, hat Samuel Widmer den Begriff des „ehrbaren Inzestes“ geprägt. Beim sogenannten „ehrbaren Inzest“ nehme der Vater genauso wie beim vollzogenen Inzest die erwachende Sexualität seiner Tochter wahr. Aber aus Angst, damit nicht adäquat umgehen zu können, weise er die Tochter zurück. Die Tochter erlebe einen Verrat an der Liebe und des Vertrauens. Dies sei eine Traumatisierung, der so gut wie jede Frau unserer Gesellschaft unterworfen sei und welche in der Konsequenz genauso tief gehe wie der tatsächlich erfolgte Missbrauch.

      Laut Samuel Widmer ist die Grundvoraussetzung für einen wahrhaftigen Kontakt zu einem anderen Menschen, dass man sich offen und vorbehaltlos, vorurteilslos und auch nicht eingeschränkt durch Tabus, Regeln und Verbote begegne, sprich: nur da, wo grundsätzlich alles möglich ist, könne wahrhaftige Begegnung stattfinden.


    2015 entlarvte ein ARD-Team von Beckmann den Drogenguru von Lüsslingen. Mit versteckter Kamera filmte der TV-Sender eine Sitzung beim umstrittenen Psychiater Samuel Widmer.
    Ergebnis der Recherche: Samuel Widmer setzt verbotene Substanzen ein.

    Ein Bericht aus dem Tagesanzeiger/Schweiz vom 25.03.2015:

    Das neue Sendegefäss «Beckmann» auf dem deutschen Sender ARD hat am Montag in einer spektakulären Aktion den Schweizer Psychiater Samuel Widmer des Drogenmissbrauchs überführt. Der Leiter der Kirschblütengemeinschaft in Nennigkofen-Lüsslingen SO behauptet, bei seinen Gruppentherapien die legalen Arzneimittel Ephedrin und Ketamin einzusetzen. Die Sendung entlarvte dies als Schutzbehauptung: Ein Reporter nahm inkognito an einer kollektiven Sitzung teil und schmuggelte die verwendeten Substanzen anschliessend aus dem Zentrum. Die Laboruntersuchungen ergaben, dass es sich um die verbotenen Drogen Meskalin und MDMA handelte.

    Damit stützt die Sendung die Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, die aufgedeckt hatten, dass Widmer jahrzehntelang Drogentherapien mit weit über 1000 Klienten durchführte. Die Staatsanwaltschaft Solothurn hat deswegen ein Strafverfahren gegen Widmer eingeleitet, was letzte Woche eine Polizeiaktion auslöste.

    Der ARD-Reporter hat die Drogensitzung mit einer versteckten Kamera gefilmt. Aus rechtlichen Gründen wurden die Gespräche nachgesprochen. Geleitet wurde die «Therapie» von der Ehefrau Widmers, die keine anerkannte Ausbildung als Therapeutin vorweisen kann. Den rund 20 Teilnehmern – die Hälfte von ihnen Deutsche – wurde gesagt, dass die Einnahme von Ecstasy nicht legal sei. Das Risiko liege aber beim Leitungsteam. Wörtlich: «Wir kommen ins Gefängnis oder haben eine grosse Strafe am Hals, wenn herauskommt, dass wir das machen.» Den Teilnehmern der «Therapie» wurde geraten, bei Anrufen oder in Mails die Drogen nicht zu erwähnen.

    «Lebensgefährliche Mischung»
    Vor der Einnahme der Drogen mussten die Klienten einen Vertrag unterschreiben. Dieser enthielt einen kuriosen Passus: Sie verpflichteten sich vertraglich, während der Veranstaltung nicht zu sterben. Dann verkündete die Leiterin: «Wir haben gedacht, wir könnten mal Meskalin und MDMA zusammen machen.» Meskalin sei zwar nicht mehr erhältlich, doch «wir haben unsere geheime Schatzkiste, wo wir es ausgegraben haben».

    Der Reporter versteckte die beiden Pillen und schmuggelte sie nach draussen, wo der Arzt und Apotheker Hannes Welcker wartete. Die Laboruntersuchung ergab, dass sie tatsächlich MDMA und Meskalin enthielten. Diese Mischung sei «Scharlatanerie und lebensgefährlich», sagte Welcker. Brisant ist auch, dass die Schweizer Klienten die Drogenparty über die Krankenkassen abrechnen können, wie der Reporter erfuhr. Möglich ist dies, weil Widmer, der schon oft als «Sex-Guru» in den Schlagzeilen war, eine Praxis als Psychiater führt. Die deutschen Teilnehmer zahlten 300 Franken in bar.

    Ein paar Tage später führte Moderator Reinhold Beckmann ein Interview mit Widmer und seiner Ehefrau Danièle. Die beiden hatten keine Ahnung von der Undercoveraktion und tappten prompt in die Falle. Widmer sagte, bei den Sitzungen würden ausschliesslich Ephedrin und Ketamin eingesetzt. Seine Frau ergänzte, die Klienten brächten manchmal LSD oder Ecstasy mit. «Das vermuten wir», unterbrach ihr Ehemann sie rasch.

    Der Psychiater bestätigte auch Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wonach er viele Drogentherapeuten ausgebildet hat. Wörtlich: «Da haben wir inzwischen etwa 400 oder noch mehr ausgebildet. Einige davon arbeiten natürlich damit, das läuft alles im Untergrund. Noch viel mehr läuft im Untergrund. Das treibt dann halt die eine oder andere weniger schöne Blüte.» Er könne aber nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Wenn ein Autofahrer einen Unfall verursache, würde man dies auch nicht dem Fahrerlehrer anlasten.

    Samuel Widmer sagte gestern gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, die Recherchemethoden der ARD-Journalisten seien unfair gewesen. «Sie haben uns im Glauben gehalten, sie planten einen positiven Bericht.» Hinterhältig sei auch gewesen, dass sich ein Journalist eingeschlichen und mit versteckter Kamera gefilmt habe. Zum Inhalt des Berichts wollte Samuel Widmer keine Stellungnahme abgeben, er müsse sich zuerst mit seinen Anwälten beraten.

    Dazu die 44-minütige Doku „Ich mach Dich gesund!“ Scharlatane und falsche Heiler:

    Das Strafverfahren, das gegen Widmer im Jahr 2015 wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eröffnet wurde, wird somit eingestellt.
    Die gleichen Verfahren gegen drei weitere Mitglieder der Gemeinschaft werden jedoch weitergeführt.

    Miese Tour von Scientology – die Kontrovers Story

    http://web.archive.org/web/20170214203450/http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/kontrovers-312~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=d9833

    ⇲ „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben“: Unter diesem Motto betreibt ein gleichnamiger Verein nach eigenen Angaben Drogenaufklärung. Auf der Straße und in Schulen machte er jetzt Station. Wer steckt dahinter? Der ⇲ Verfassungsschutz warnt: Es handele sich um eine Nebenorganisation von Scientology …

    Eine Tour durch ganz Deutschland, Aktionen in sechs Städten, ein BMX-Star und eine Sängerin aus Los Angeles – der Verein „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben“ hat sich einiges einfallen lassen, um in Fußgängerzonen und an Infoständen mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.

    Was viele Passanten nicht wissen: Es kann sein, dass sie von einem Scientologen ins Gespräch verwickelt werden:

    http://web.archive.org/web/20170214203700/http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/drogenpraevention-stand-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=034a0

    Verein in Schulen unterwegs
    In den ausliegenden Broschüren findet sich zwar kein direkter Hinweis auf die Sekte, vor der der Verfassungsschutz warnt. Aber als wir zu recherchieren beginnen, finden wir schnell Hinweise für Verbindungen zwischen dem Verein und Scientology. Sogar in Schulen waren Vertreter des Vereins unterwegs. Die Schulleiter ahnten nicht, wen sie da in ihrer Schule zu Gast hatten. Offensichtliche Hinweise auf die Nähe des Vereins zu Scientology gab es nicht. Kritiker sprechen von einer Tarnorganisation.

    Was ist das für eine Tour? Worum geht es wirklich? Wer steckt hinter dem dubiosen Verein?

    Antworten in der Kontrovers Story:

    Quelle: ⇲ BR – Bayrischer Rundfunk

    ● ein Erfahrungsbericht eines Vaters über diese Kampagne auf dem ⇲ Blog: Sven Brier

    Weitere Hintergründe hierzu auf EBIS e.V./Krokodil: Scientology-Kampagne: ⇲ Verein „Sag NEIN zu Drogen- Sag JA zum Leben“

    Peter Brunck & die Academy for Future Health (AFFH)

    http://web.archive.org/web/20170213061354/https://www.welt.de/img/vermischtes/weltgeschehen/mobile110035406/3301621127-ci23x11-w960/Dominican-Republic-Germany-Doomsday-Sect.jpg

    Interpol statt Weltuntergang

    ⇲ Sektenführer Peter Brunck wollte in der Karibik eine Art Ministaat gründen, alles fußte auf kruden Theorien und Heilsversprechen. Doch sein Reich bekam Brüche, und seine Karriere endete nicht mit dem Weltuntergang, von dem er immer sprach – sondern mit einer Razzia.

    via ⇲ Spiegel Online
    Als die letzte Kugel in der Wohnanlage „La Mulata 3″ bei Sosúa in der Dominikanischen Republik verschossen war, und sich die Mitglieder der „Akademie für zukünftige Gesundheit“ (auch Academy For Future Health – AFFH) ergeben hatten, staunte die Polizei über den gepanzerten Chevrolet Yukon im Wert von 248.000 Dollar, den sie dort fand. „So einen Wagen hat ja noch nicht einmal unser Präsident“, sagte einer ihrer Offiziere.

    Dabei war Peter Brunck durchaus so etwas wie der Präsident auf Mulata 3, zumindest führte er sich so auf. Mit etwa 30 Anhängern hatte er dort hinter Stacheldraht und Elektrozaun sein Reich gegründet. Sie schirmten sich ab gegen die angebliche Verderbtheit der Welt, gegen Kriminalität, Korruption und Sittenverfall, horteten Waffen und Munition. Gemeinsam warteten sie auf den Weltuntergang am 21. Dezember dieses Jahres. Doch noch bevor sie in eine neue Welt eintreten konnten, sorgten ganz irdische Gründe für ein vorzeitiges Ende des Projekts.

    Am Mittwoch der vergangenen Woche wollte die Polizei das Domizil von Brunck durchsuchen, sie stieß auf Gegenwehr, es kam zu einem Feuergefecht. Ein ⇲ Sektenmitglied starb, Brunck sitzt nun in Untersuchungshaft.

    Bruncks Ideen von kosmischen Strahlen und fernen Welten
    Der Mann aus der deutschen Provinz, der nach dem Hauptschulabschluss 1967 eine Lehre zum Orthopädiemechaniker machte, ist alles andere als bescheiden. Er nennt sich Naturwissenschaftler und Religionsphilosoph, angeblich studierte er Maschinenbau und promovierte im ehemaligen Jugoslawien in „Elektrotherapie“. Das Amtsgericht Mayen verurteilte ihn 2000 wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe, damals nannte er sich noch Professor. Ein von ihm entwickelter „Mitos-Computer“ könne selbst Todkranke heilen. Den Apparat, den natürlich nur er selbst programmieren kann, bezeichnete ein Richter später als „Humbug, der nur vertrieben werde, um alten kranken Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen“.

    Das indes gelang ihm vortrefflich. Brunck, der eigentlich nie einem wirklichen Beruf nachgegangen ist, entwickelte krause Ideen von perfekten Persönlichkeiten, kosmischen Strahlen und fernen Welten. Seine Seminare kosten schon mal 650 Schweizer Franken für ein Wochenende, er versprach Todkranken Genesung und gescheiterten Unternehmern Erfolg. Zuletzt plante er eine „Seminarreise rund um die Erde“. Logisch, dass nur die anderen zahlten, genauso wie für seinen Lebenstraum in der Karibik.

    Bis dahin war es ein weiter Weg. Der Durchbruch kam mit seiner zweiten Frau, einer Grundschullehrerein für Musik und katholische Religion, die er Anfang der neunziger Jahre geheiratet hatte. 1995 saßen sie in ihrem gemieteten Haus in Plaidt bei Koblenz und träumten von der großen Welt. Irgendwann fiel ihr Blick auf ein stattliches Anwesen von 15.000 Quadratmetern in Durban, Südafrika, angeblich mit dem „größten Privatpool“ der Stadt und mehreren Häusern. 1,5 Millionen Mark sollte es kosten, ein Schnäppchen angesichts der Größe, aber viel zu viel für die Bruncks.

    Obwohl sie es sich nach eigener Aussage nicht im Entferntesten leisten konnten, flogen sie nach Südafrika und schauten es sich an. „Was wir zu sehen bekommen, ist überwältigend. Nie im Leben haben wir ein solches Anwesen für uns in Betracht gezogen“, schreibt Brigitte Brunck später.

    Die Kirchenglocke kam aus der Eifel
    Es fügt sich, dass sie eine Frau treffen, die kurz davor steht, wegen jahrelanger Diabetes ihr Bein zu verlieren. Da sie angeblich Bruncks Wunderwirken die Heilung verdankt, überredet die Frau ihren Vater, das Haus zu kaufen, als Familienstiftung zunächst. „Letztlich möchte sie es jedoch für uns, aus Dankbarkeit für ihr gerettetes Bein“, wie Brigitte Brunck später schreibt.

    Dort gründeten Bruncks die „Akademie für zukünftige Gesundheit“, sie reden nur noch von „unserem Haus“, von der Spenderin ist keine Rede mehr. Bruncks Anhänger reisten an, er zeigte ihnen das Land, hielt seine Seminare und baute so das Anwesen aus. Doch irgendwann gab es Stress, Hals über Kopf reisten sie ab und ließen alles hinter sich.

    Brunck hatte die Karibik als neues Ziel entdeckt, die Dominikanische Republik, von der er offenbar hoffte, dass sie korrupt genug sei, um ihn in Ruhe zu lassen. Dort baute Brunck sein Reich systematisch zu einem Hochsicherheitstrakt mit eigener Energie- und Wasserversorgung aus. Er sicherte das 160.000 Quadratmeter große Gelände mit Elektrozäunen und Wachleuten, überwachte alles mit Kameras.

    Tagsüber mussten seine Anhänger schuften, abends gab es Meditation. „Der Friede des Herzens ist das Paradies der Menschen“, steht auf einer Kirchenglocke, die sie eigens aus Brockstedt an der Eifel in die Karibik kommen ließen und die täglich zweimal läutete, mittags um zwölf und abends um sechs Uhr.

    Dabei unterließ Brunck nichts, um es sich mit seinen neuen Nachbarn zu verscherzen. Er erklärte sich zum Verwalter der gesamten Anlage, ließ Zäune und Wachtore errichten, er wollte alles unter seine Kontrolle bringen. Er klemmte Wasserleitungen ab und ließ die Einfahrten bewachen. Einen Nachbarn, dessen Hund er erschossen hatte, erwarteten seine Anhänger mit schwarzen Kapuzen und Kerzen in der Hand. Als der Mann erschien, bliesen sie das Licht aus. Mitunter standen er und seine Nachbarn sich gleichzeitig mit Polizisten und Staatsanwälten gegenüber.

    Von Feinden umzingelt
    Wie durch ein Wunder wurde Brunck immer reicher. Sein ⇲ Anwalt, Wilson Garcia, war Generalsekretär der damals regierenden ⇲ Partei PLD und verfügte über exzellente politische Beziehungen. Am 6. April 2006 wurde Garcia in seinem Büro erschossen, der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt.

    Nun wurde auch Brunck vorsichtig. Er trug eine kugelsichere Weste und verließ das Anwesen kaum noch allein. Am 13. Dezember 2006, auf der Rückfahrt von einer Gerichtsverhandlung in der nahen Stadt Puerto Plata, hätte es auch ihn beinahe erwischt. Zwei Männer auf einem Motorrad feuerten auf den Sektenführer. Seine Weste rettete ihm das Leben, Kugeln durchbohrten lediglich seine Hand. Die Täter wurden nie gefasst.

    Brunck sah sich von Feinden umzingelt. Er baute das Anwesen noch mehr zu einer Festung aus und verkündete den nahen Weltuntergang. Sogar einen Schutzraum gegen „radioaktiven Fallout“ ließ er bauen. Das Sonnensystem sei in einen „Photonengürtel“ eingetreten und gleite bis 2012 durch eine Sphäre von zwölf „gigantischen Wirbeln aus intensiven Lichtbändern“. Dabei drängten Lichtteilchen tief in die Erde ein und veränderten die Materie. Moleküle verlören an Masse und dehnten sich aus. „Wer nur der Materie gefrönt und auch keine volle Kontrolle über Gefühle und Gedanken erlangt hat, kann sich an die neue Schwingung nicht anpassen und verbrennt innerlich“, predigte Brunck.

    Nur wer Bruncks Prozesse der seelischen Reinigung erfolgreich durchlaufen habe, sei in der Lage, sich an die neue Planetenschwingung anzupassen, in „höhere Gefilde aufsteigen und die angekündigten paradiesischen Zustände erleben“ zu können. Am 21. Dezember solle der „Aufstiegsritt in das fünfdimensionale Bewusstsein“ erfolgen. Bruncks Credo: „Es wird das erste Mal in der Erdengeschichte sein, dass der menschliche Körper lebendig transformiert wird.“ Als neue Spezies Mensch würden sie dann eine neue Erde bewohnen.

    Per Bulldozer gegen ein Gerichtsurteil
    Doch allem Friedensgeschwafel auf La Mulata zum Trotz gab es Streit in seinem Paradies. Anhänger berichten, Klaus M., jahrelang seine rechte Hand, habe selbst das Kommando übernehmen wollen. Er scharte einen Teil der Leute um sich, jetzt gab es zwei verfeindete Lager.

    Brunck griff zu den üblichen Methoden. Er baute einen Zaun quer durchs Anwesen, er stellte das Wasser ab, verbot die Nutzung von Wegen. Die anderen gingen zu Gericht, klagten, bekamen recht. Brunck ging auf Konfrontation, er wollte wie immer gewinnen. Seine Frau verließ das Lager mit den zwei gemeinsamen Kindern und ging zurück nach Deutschland. Hatte sie genug von ihm, oder bereitete sie die Zeit nach dem Weltuntergang vor?

    Dienstag vor einer Woche eskalierte die Lage. Brunck ließ einen Bulldozer kommen und eine Schneise mitten durch den Urwald brechen. Damit wollte er ein Urteil aushebeln, das seinen Gegnern den Zugang zum Grundstück über seine Straße ermöglichen sollte. Als Kommunalbeamte das verhindern wollten, vertrieb er sie mit Gewehrschüssen.

    Damit hatte er es wohl übertrieben. Am nächsten Morgen, Mittwoch vergangener Woche um 8.30 Uhr Ortszeit, stand ein Polizeikommando mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür. Doch Brunck wollte nicht aufgeben. Sein Anhänger Peter D. eröffnete das Feuer. Rund eine Stunde dauerte die Schießerei, dann war Peter D. tot, drei Polizisten waren verletzt. Im Haus fand man Kriegswaffen, einen Schießstand, einen Krankenwagen und diverse Unterlagen, die nun ausgewertet werden.
    Untersucht wird nun auch, woher das ganze Geld kam, mit dem Brunck sein Reich finanzierte.

    Geheimgesellschaften – 3sat Themenabend Teil I

    http://web.archive.org/web/20170215173820im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/schwerpunkte2/2011/tt_geheimegesellschaften/00_aufmacher1b_n_481x270.jpg

    Geheimgesellschaften
    Sie treffen sich in verborgenen Zirkeln, verfolgen konspirativ ihre Ziele: Geheimgesellschaften üben eine große Faszination aus. In zahlreichen Büchern und Filmen erlebt das Interesse an Geheimorganisationen und Verschwörungstheorien eine Renaissance.

    Geheimbünde wie die Freimaurer, die Illuminaten und die Tempelritter umgibt nicht nur die Aura des Mystischen oder Geheimnisvollen – sie beschwören Gedanken an verschlüsselte Codes und Bilder von unsichtbaren Mächten und Machenschaften herauf.
    Doch ziehen sie im Zeitalter der Information immer noch aus dem Hintergrund die Fäden, sei es in der Politik, der Wirtschaft oder in den Medien?

    Rund 25 Dokumentationen, Dokumentar- und Spielfilme werfen einen Blick auf die Geschichte und Ziele von Geheimgesellschaften.
    Die Bandbreite reicht von Geheimgesellschaften, deren Mitglieder sich humanistischen, religiösen oder politischen Zielen verpflichtet fühlen, bis hin zu staatlichen Geheimdiensten mit ihren Undercover-Aktionen.
    Auch mafiöse Vereinigungen bedienen sich der Rituale von Geheimgesellschaften ebenso wie Sekten.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Leider gibt es vom 3sat-Themenabend über Geheimgesellschaften fast keine Infos mehr, die Internetseite auf 3sat dazu ist gelöscht, ein ⇲ Archiv-Link konnte ich dazu aber noch recherchieren.
    Ein Bericht vom ⇲ tagesspiegel aus 2011 ist hier zu lesen.

    Die Sendungen daher nur noch in verkürzter Form im Überblick:

    1. Im Zeichen des heiligen Bluts – König Artus und die Suche nach dem Heiligen Gral
    http://web.archive.org/web/20130730103721im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/rubriken/planung/2011/07_juli/1707_gral4_n_481x270.jpg
    -- Der zur Legende gewordene König Artus verteidigte im sechsten Jahrhundert Britannien gegen Eindringlinge vom Kontinent --

    Der Heilige Gral gehört zu den großen Mythen der abendländischen Kultur. Seit den Kelten gibt es die Sage um ein Gefäß, das die Toten zum Leben erwecken soll. Die Christen machen den Gral zum heiligen Segenspender, zum Gefäß des Blutes Christi.
    In ganz Europa übt die Suche nach dem mythischen Objekt mit den wunderbaren Eigenschaften schon seit Jahrhunderten Faszination auf die Menschen aus. Aber hat es den Gral jemals wirklich gegeben?

    Der Film „Im Zeichen des heiligen Bluts – König Artus und die Suche nach dem Heiligen Gral“ begibt sich auf die Fährte des Heiligen Grals und verfolgt seine Spuren quer durch Europa und den Orient. Auf den britischen Inseln und in Nordfrankreich beginnt eine spannende Zeitreise, die ins Reich der Kelten an den Hof des legendären König Artus und in die mittelalterliche Welt der Ritterromane führt.

    Zwischen Wahrheit und Fiktion versuchen moderne Gralssucher mit ihren Theorien, den „Geheimcode“ des Grals zu entschlüsseln und sein Geheimnis zu lüften.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    2. Geheimakte Jesus: die Evangelien der Ketzer
    http://web.archive.org/web/20170215174158im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/rubriken/planung/2009/04_april/1004_jesus4_n_481.jpg
    -- Bevor man erkannte, um was für einen Schatz es sich handelt, wurden Teile der wertvollen Papyri aus Nag Hammadi verbrannt --

    Als vor zwanzig Jahren ein ägyptischer Händler dem internationalen Kunsthandel eine jahrtausendealte Schriftensammlung anbietet, ahnen Experten, dass sich dahinter eine Sensation verbirgt. Eines der Manuskripte trägt nämlich den Titel: „Das Judas-Evangelium“. Zehn Millionen Dollar verlangt der Ägypter. Eine Summe, die keiner aufbringen kann.
    Die Verkaufsgeschäfte, die zwischen Kairo, der Schweiz und den USA hin und her gehen, scheinen dem Szenario eines Krimis entnommen zu sein: Betrug, Zahlungen von Schmiergeldern und Raub. Am Ende erwirbt eine wohlhabende Stiftung das mittlerweile in Tausende von Fragmenten zerfallene Manuskript. Heute wird es in der Schweiz in mühseliger Detailarbeit rekonstruiert.

    Sensationeller Fund stellt „historischen“ Jesus in Frage
    Ein Evangelium des Judas? Wir kennen die vier Evangelien des Neuen Testaments, in denen die Lebensgeschichte von Jesus und seinen Jüngern aufgeschrieben ist. Sie sind die „Gründungs-
    charta“ des Christentums. Aber zum Erstaunen der meisten Menschen gibt es auch andere so genannte „Evangelien“. Sie wurden in Oberägypten bei dem Ort Nag Hammadi vor mehr als einem halben Jahrhundert gefunden: eine große Sammlung, die ein ganz anderes Bild von Jesus und seinen Anhängern vermittelt.

    Beruht unser Wissen über das Leben Jesu auf einseitig ausgerichteten, auf manipulierten Informationen? Ist das, was unsere Bibel über Jesus berichtet, vielleicht falsch? Schon das frühe Christentum war sich uneinig. Unterschiedliche Glaubensrichtungen bekämpften sich. Einige Gruppen schlossen sich zu Geheimbünden zusammen, deren Glaube und deren Rituale streng gehütet wurden. Sie beriefen sich auf eigene „Evangelien“. Von ihren Gegnern wurden sie als „Ketzer“ verfolgt.

    Archäologische Spurensuche in Israel und Ägypten
    Der Film „Geheimakte Jesus – Die Evangelisten der Ketzer“ konfrontiert den Zuschauer mit neuen Informationen über Jesus, wirft an Hand der sensationellen Funde in Ägypten Licht auf die explosive Frühzeit der jungen Religion und stellt unser Wissen vom „historischen“ Jesus in Frage.

    Archäologische Spuren werden in Israel und Ägypten verfolgt. Naturwissenschaftliche Untersuchungen sollen Alter und Beschaffenheit der Schriften bestimmen. Die Filmemacher sprechen mit Experten in Europa und den USA. Schließlich soll ein „human laboratory“, ein mit Experten besetztes Labor, Antworten auf die Frage finden: Wenn die „Evangelien der Ketzer“ stärkere Verbreitung und Anerkennung gefunden hätten, wie wäre dann die Geschichte des Christentums verlaufen?

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    3. Kreuzzug in die Hölle – Die Tempelritter
    http://web.archive.org/web/20130323071841im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/rubriken/planung/2006/11_november/1611_kreuzzug3_n_481.jpg
    -- Ein Franziskaner liest die Anklageschrift vor, in der dem Orden der Tempelritter Ketzerei vorgeworfen wird --

    13. Oktober 1307. In Frankreich wird an einem einzigen Tag die gesamte militärische Elite Europas verhaftet. Eine mächtige und unermesslich reiche Organisation wird zerschlagen. Die Tempelritter werden zu Opfern der Inquisition. Wie kam es zur Vernichtung des mächtigsten Ordens der christlichen Welt?
    Am 13. Oktober 1307 werden Tausende von Männern in allen Teilen Frankreichs festgenommen. Es ist der Auftakt zu einer Verhaftungswelle, die bald über ganz Europa hinwegrollt. Das Ziel ist die Zerschlagung des Templerordens, einer der mächtigsten Organisationen des Mittelalters und noch heute geheimnisumwittert.

    Die Herrschaft der Ritter vom Orden des Tempels reichte vom Norden Europas bis nach Sizilien und von Portugal bis nach Jerusalem. Die Tempelritter galten als das Symbol einer 200-jährigen Herrschaft, die den Feinden des Christentums das Fürchten gelehrt hatte. Mit der Kreuzzugbewegung erlebten die Tempelritter einen steilen Aufstieg. Bald übernahmen sie die militärische Hoheit in eroberten Gebieten, hatten Polizeigewalt über christliche Heiligtümer und kontrollierten die Handelswege. Die über Ländergrenzen hinweg operierende Organisation wurde zu einem starken und äußerst wohlhabenden Machtapparat, der allein dem Papst in Rom unterstand. Nach der Rückeroberung des Heiligen Landes durch die Muselmanen gerieten die Tempelritter in eine Interessenkollision zwischen Papst und französischer Krone. Wie war es möglich, dass die als äußerst tapfer und furchtlos angesehenen Elitesoldaten zu willenlosen Opfern in den Schauprozessen der heiligen Inquisition wurden?

    Der Film rollt die Verfahren der Inquisition anhand historischer Akten wie auch aktueller Erkenntnisse noch einmal auf.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    4. Tempel, Logen, Rituale – Die Freimaurer
    http://web.archive.org/save/_embed/http://tubestatic.orf.at/static/images/site/tube/20150624/tempel-logen-rituale-geheimnisse-der-freimaurer-1.5369123.jpg
    -- Eine Zeitreise von den Wurzeln des Bruderbundes beim Tempelbau König Salomons vor über 2.000 Jahren bis zur Logenarbeit heute. Interviews mit Freimaurern, Wissenschaftlern und Kirchenrechtlern geben Einblick in eine geschlossene Gesellschaft. --

    Es gab eine Zeit, da gehörte es zum guten Ton, Freimaurer zu sein. Die geistige Elite traf sich in Logen: Johann Wolfgang von Goethe, Wolfgang Amadeus Mozart, Friedrich der Große, Caspar David Friedrich, Heinrich Heine, Albert Lortzing, Benjamin Franklin, Gustav Stresemann – sie alle waren Freimaurer.
    Sagenhafte Bauwerke wurden zum geheimen Symbol der immer mächtiger werdenden Bruderschaften – zum Beispiel das Leipziger Völkerschlachtdenkmal. 1935 wurde die Freimaurerei von den Nationalsozialisten verboten, die Logen wurden enteignet und bekennende Freimaurer in Konzentrationslager gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Brüder ihre Aktivitäten in der Bundesrepublik wieder aufnehmen, in der DDR blieben sie verboten. Heute sind sie wieder in ganz Deutschland aktiv. In Nordhausen zum Beispiel steht Volker Vogt der Loge „Zur gekrönten Unschuld“ vor. Als stellvertretender Direktor eines Gymnasiums geht er mit seiner Mitgliedschaft bei den Freimaurern sehr offen um und gewährt Einblicke in die Logenarbeit.

    Der Film „Tempel, Logen, Rituale“ begibt sich auf eine Zeitreise von den Wurzeln des Bruderbundes beim Tempelbau König Salomons vor über 2.000 Jahren bis zur Logenarbeit heute. Gespräche und Interviews mit Freimaurern, Wissenschaftlern und Kirchenrechtlern, die sich viele Jahre mit der Geschichte und den Zielen der Freimaurerei beschäftigt haben, geben Einblick in eine geschlossene Gesellschaft.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    5. Geheimakte Sakrileg: Der Mythos von Rennes-le-Château
    http://web.archive.org/web/20170215193824/https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Altar_Rennes-le-Chateau.jpg
    -- Die Geheimgesellschaft „Prieuré de Sion“ hütet angeblich seit Jahrhunderten ein explosives Wissen über Jesus --

    Ende des 19. Jahrhunderts kam der Gemeindepriester von Rennes-le-Château, einem kleinen Nest am Rand der französischen Pyrenäen, zu unerklärlichem Reichtum. Bei der Renovierung der Dorfkirche fand er angeblich ein rätselhaftes Pergament mit einer chiffrierten Botschaft in Latein: „Dieser Schatz gehört Dagobert II. und Sion und er ist der Tod“, lautet der entschlüsselte Code.
    Nachdem der französische Autor Gérard de Sède die brisante Botschaft, die ihm nach eigener Aussage anonym mit der Post zugeschickt wurde, in den 50er-Jahren veröffentlichte, entwickelte sich eine Verschwörungstheorie um eine Clique aus Prominenten und eine mysteriöse Gesellschaft mit Namen „Prieuré de Sion“.

    Das Geheimnis der „Prieuré de Sion“
    Unter ihren Mitgliedern, so heißt es, kursiert ein Geheimwissen, das die gesamte christliche Überlieferung aus den Angeln heben könnte. Am erfolgreichsten bereitete der amerikanische Autor Dan Brown die vielfach aufgelegte These in seinem Roman „Sakrileg“ auf. Dan Brown stützt sich auf den Sachbuch-Bestseller „Der heilige Gral und seine Erben“. Darin poliert der britische Journalist Henry Lincoln mit zwei Ko-Autoren den schlagzeilenträchtigen Stoff auf, obwohl sich das ominöse Dokument aus Rennes-le-Château längst als modernes Papier aus einem Schreibwarenladen und somit als üble Fälschung entpuppt hatte.

    Wie die Verfasser behaupten, kam Saunière durch die Entdeckung des Pergaments zufällig hinter das Geheimnis der „Prieuré de Sion“. Die Jahrhunderte alte, eingeschworene Gemeinschaft bewahre ein explosives Wissen, schreiben sie: Jesus hatte Kinder mit Maria Magdalena. Ihre Nachkommen heirateten in die Linie der Merowinger, der ersten französischen Könige, ein. Der „Schatz“, von dem der Text spricht, sei eben jenes Geheimwissen über die „Blutlinie“ Jesu, das über den Merowingerkönig Dagobert zu den Tempelrittern gelangte und schließlich an die „Prieuré de Sion“ weitergegeben wurde.

    Nur ein harmloser Club
    Als Beweis für die spektakuläre These führt das Team um Lincoln unter anderem ein Dokument aus der Bibliothéque Nationale in Paris an. Dort liegt ein kleines Konvolut von Papieren aus einem privaten Nachlass. Es enthält tatsächlich eine Liste aller vermeintlichen Vorsitzenden der „Prieuré de Sion“, darunter so illustre Personen wie Leonardo da Vinci, Isaak Newton, Victor Hugo oder Jean Cocteau. Die Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1967 – so viel verrät das Deckblatt. Wie viele andere, sieht auch Sakrileg-Autor Dan Brown in der unscheinbaren Zettelsammlung den überzeugenden Beweis für die Existenz der prominenten Verschwörerbande.

    Die Recherchen des „Terra X“-Teams kommen zu einem ganz anderen Ergebnis. Sie führen auf die Spur des Franzosen Pierre Plantard, eines Hochstaplers und verurteilten Betrügers. 1956 gründete er in der Nähe von Genf einen katholischen Laienverein, eben jene angeblich Jahrhunderte alte „Prieuré de Sion“. Wie es ihm, seinen Freunden und einer Reihe von Schriftstellern gelang, den harmlosen Club zur angeblich größten Verschwörung in der Geschichte der Menschheit hoch zu stilisieren, ist ein Coup, der im internationalen Journalismus keine Parallele findet.

    Eine Legende lässt die Kassen klingeln
    Die filmische Detektivgeschichte entzaubert in aufwändigen Inszenierungen und Dokumentaraufnahmen die gewinnträchtige Legende, die nicht nur in Rennes-le-Château seit vielen Jahren die Kassen klingeln lässt. Eine Legende, die eigentlich gar keine ist. Selbst die immensen Summen, mit denen Abbé Saunière seinen prächtigen Landsitz finanzierte, finden eine profane Erklärung. Sie stammen von gutgläubigen Katholiken, die dem Priester Geld schickten, damit er Messen für sie lese. Doch sein Leben reichte nicht aus, um die unzähligen Gottesdienste zu halten, für die er im Voraus entlohnt wurde.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    6. Die großen Verschwörungstheorien
    http://web.archive.org/web/20130730072337im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/rubriken/planung/2010/12_dezember/3012_1109_n_481x270.jpg
    -- Zusammengestürztes World Trade Center nach dem Terroanschlag --

    Apollo 11 ist in einem Filmstudio gelandet – und nicht auf dem Mond. Der 11. September 2001 war eine „große Lüge“. Und natürlich hütet die US-Regierung in einem geheimen Hangar lebendige oder mindestens konservierte Aliens.
    Das Phänomen kannten schon die alten Römer: Verschwörungstheorien finden seit Jahrtausenden ihre Anhänger – meist entgegen jeder Logik.

    Aber weshalb sehnen sich so viele Menschen nach höheren Mächten, die Schicksal spielen? Wie lässt sich erklären, dass Umfragen zufolge ein Fünftel aller Deutschen für möglich hält, die Regierung um George W. Bush habe ihre Hände bei den Terroranschlägen am 11. September im Spiel gehabt? Warum haben es klare Fakten in der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker so schwer gegen bizarre Vermutungen?

    In dem Film aus der Reihe „ZDF-History“ gehen Psychologen und Medienwissenschaftler dem Phänomen der Verschwörungstheorien auf den Grund.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    7. Der Kennedy-Mord- Mythos und Wahrheit
    http://web.archive.org/web/20170215202325/https://images.nzz.ch/eos/v2/image/view/620/-/text/inset/85dce091/1.18189335/1384968016/kennedy-teaser-original.jpg
    -- US-Präsident John F. Kennedy --

    Das Attentat auf John F. Kennedy ist der größte ungelöste Mordfall des 20. Jahrhunderts. Noch immer ist umstritten, wer am 22. November 1963 in Dallas die tödlichen Schüsse auf den 35. Präsidenten der USA abfeuerte. War es tatsächlich der Einzeltäter Lee Harvey Oswald, wie es regierungsamtlich in den USA heißt? Oder gab es eine Verschwörung, die zum Attentat führte? – Experten und Historiker ziehen Resümee.
    Die Zweifel an der offiziellen Position, die im sogenannten „Warren-Report“ zum Ausdruck kommt, sind in den letzten Jahren gewachsen. Jetzt deuten jüngst geöffnete Geheimdienst-Akten, Autopsieunterlagen und Abhörprotokolle des FBI auf einen anderen Täterkreis hin.

    Drahtzieher Fidel Castro?
    Zahlreiche Rätsel und Verschwörungstheorien ranken sich um den Schicksalstag von Dallas. Gab es einen oder mehrere Schützen? Welche Rolle spielte der US-Geheimdienst CIA? War die amerikanische Mafia in den Mord an John F. Kennedy verstrickt? Handelte Lee Harvey Oswald im Auftrag der Sowjetunion oder Kubas?

    An erster Stelle in der Galerie der Tatverdächtigen stand zuletzt Kubas Staatsoberhaupt Fidel Castro, der selbst mehrfach Zielscheibe von Attentatsplänen seitens der USA geworden war und sich angeblich dafür rächen wollte.

    Akten weiter unter Verschluss
    Die Spekulationen über Täter, Hintermänner und Motive erreichten einen Höhepunkt im Jahr 1991, als US-Regisseur Oliver Stone den Kennedy-Mord in dem Spielfilm „JFK – Tatort Dallas“ als konspiratives Werk von CIA und Pentagon darstellte. Der öffentliche Aufschrei um den Film veranlasste den US-Kongress, die Öffnung aller Unterlagen zur Ermordung John F. Kennedys zu prüfen.

    Eine Untersuchungskommission machte bis Ende der 90er Jahre knapp fünf Millionen neue Dokumente publik. Doch entscheidende Akten, die zur Aufklärung des Mordes beitragen könnten, blieben unter Verschluss. Allein der Geheimdienst CIA verweigert die Freigabe von über Tausend Dokumenten zum Fall JFK. Sie sollen der Öffentlichkeit erst 2017 zugänglich gemacht werden.

    CIA vertuscht Pannen
    Jetzt ist es einem Team von amerikanischen Experten und Historikern gelungen, Licht ins Dunkel um die Ermittlungen im Mordfall Kennedy zu bringen. Über 40 Jahre später haben sie in bislang unveröffentlichten Akten zahlreiche Versäumnisse, Vertuschungsaktionen und Manipulationen bei den Ermittlungen enthüllt.

    Jefferson Morley, Redakteur der „Washington Post“ entdeckte in CIA-Unterlagen Beweise, dass der mächtige Geheimdienst Lee Harvey Oswald zuvor mehrfach observiert hatte: „Der Kennedy-Mord war eine Anhäufung von Geheimdienstpannen und dem Unvermögen der CIA, einen Mann zu identifizieren, der eine Bedrohung für den Präsidenten darstellte.“ Oswald konnte ungehindert mit einem Gewehr ins Schulbuchgebäude von Dallas gelangen und vom 6. Stockwerk auf den Präsidenten schießen. Aber war er wirklich der alleinige Schütze?

    „Mindestens zwei Schützen“
    Bei der Autopsie des toten Präsidenten in einem Marine-Hospital bei Washington sei an Protokollen, Röntgenbildern und sogar an der Leiche des Präsidenten selbst manipuliert worden, um Hinweise auf einen zweiten Schützen am Tatort zu verschleiern. Dies sagt Douglas Horne, Mitglied der Untersuchungskommission von 1992 bis 1998, der vor der Kamera noch einmal die entscheidenden Momente der Autopsie analysiert, auf Fälschungen hinweist und zu dem Schluss kommt, dass die Wunden am Körper durch mindestens zwei Schützen entstanden sein müssen.

    Zum selben Ergebnis kommt eine Einzelbild-Analyse des Amateurfilms von Abraham Zapruder aus Dallas, der als einziger den tödlichen Schuss auf John F. Kennedy gefilmt hat. Dieses entscheidende Filmdokument wurde für das ZDF erstmals in einer hochauflösenden Version vollständig restauriert. Laut Prof. David Wrone, Historiker von der Universität Wisconsin, zeigt der Zapruder-Film eindeutig, „dass Kennedy von mindestens zwei Schützen ins Kreuzfeuer genommen wurde.“

    Mafia plante Mord an JFK
    Wer aber waren die Hintermänner und welche Absichten hatten sie? Die amerikanische Mafia hatte gleich mehrere Motive, Kennedy aus dem Weg zu räumen. Nach Ansicht der Paten hatte es John F. Kennedy nur ihrer Unterstützung zu verdanken, dass er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. Trotzdem wurde unter Kennedys Präsidentschaft das organisierte Verbrechen verfolgt wie nie zuvor. Die Zahl der Verurteilungen gegen Mafiosi verdreifachten sich; ein Mafia-Boss wurde gar nach Guatemala deportiert.

    John F. Kennedys Bruder Robert war als Justizminister die treibende Kraft bei dieser Verhaftungswelle – und brachte die Mafia gegen den US-Präsidenten auf. Der amerikanische Kennedy-Experte Lamar Waldron, der seit 20 Jahren an der Aufklärung des Falles arbeitet, präsentiert bislang unbekannte Dokumente, die darauf hindeuten: Nicht der kubanische Geheimdienst oder andere Verdächtige hätten Kennedy umgebracht, sondern die amerikanische Mafia. „Drei Mafia-Bosse haben zusammengearbeitet, den Präsidenten zu töten“, sagt Waldron. „Das wissen wir aus Abhörprotokollen des FBI, in denen offen von einem Attentat auf den Präsidenten gesprochen wird.“

    Neue Antworten auf alte Fragen
    Der Film gibt neue Antworten auf Fragen nach den möglichen Tätern, Hintermännern und den Motiven für den Mord an John F. Kennedy. Die Erkenntnisse der Experten werden durch Aussagen aus dem persönlichen Umfeld gestützt, etwa von Gore Vidal, Bestsellerautor und Stiefvater von Jackie Kennedy.

    Aufwändige Computerarnimationen rekonstruieren auf der Basis aller heute verfügbaren Fakten den möglichen Tathergang. Die Experten und Historiker, die im Film zu Wort kommen, ziehen ihr Resümee: Kennedy starb in einem Kreuzfeuer, wurde Opfer einer Verschwörung, in der die Mafia die Schlüsselrolle spielte.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    8. Mythos Ufo – Das Geheimnis der „Area 51″
    http://web.archive.org/web/20130730025539im_/http://www.3sat.de/imperia/md/images/rubriken/planung/2011/07_juli/1707_ufo1_n_481x270.jpg
    -- US-Soldaten bei der Bergung von UFO-Trümmern --

    Sie ist einer der rätselhaftesten Orte der Erde: die „Area 51″ in der Wüste von Nevada, gut 100 Kilometer von Las Vegas entfernt. Ein Gelände im Besitz der US Luftwaffe, streng bewacht und abgeschirmt gegen die Öffentlichkeit.
    Hartnäckig hält sich das Gerücht, dort würden Außerirdische landen. Offiziell existiert die „Area 51″ gar nicht. Amerikanische Militärs verweigern auch nach Ende des Kalten Krieges jede Auskunft.

    Denn in Wirklichkeit ist der Ufo-Mythos womöglich nur der Deckmantel für streng vertrauliche Geheimdienstoperationen: In der „Area 51″ wurde mit Spionageflugzeugen experimentiert, wurden sowjetische Kampfjets auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft.

    Der Film aus der Reihe „ZDF-History“ geht dem Geheimnis der „Area 51″ nach.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    9. Der Geheimcode von Stonehenge – Neue Erkenntnisse über die berühmte Megalithanlage
    http://web.archive.org/web/20170215212148/http://presse.phoenix.de/dokumentationen/2013/02/20130221_Geheimcode_Stonehenge/564_Der_Geheimcode_von_Stonehenge.jpg
    -- Stonehenge stellt die herausragende Leistung der Steinzeitkultur da --

    Stonehenge gilt als einer der geheimnisvollsten Orte Europas. Lange hat man gerätselt, warum Menschen sich vor Jahrtausenden die Mühe machten, tonnenschwere Steinblöcke aufzurichten. Bisher haben die Wissenschaftler keine umfassende Erklärung gefunden. Doch die Funde des britischen Archäologen Mike Parker Pearson lassen eine neue Deutung zu.
    Um die Stelen in der Grafschaft Wiltshire ranken sich unzählige Theorien, Mythen und Legenden. Sie reichen von einem gewaltigen Himmels-Observatorium über einen Tempel für den römischen Sonnengott bis hin zu dem Zauberer Merlin als Baumeister.
    Heute weiß man, es waren Menschen der Jungsteinzeit, die die berühmteste Megalithanlage Europas errichteten.

    Eine Art Sonnenkult
    Vor über 5.000 Jahren, in einer Zeit, in der weder Schrift noch Rad erfunden waren, gelang ihnen die exakte Ausrichtung auf einen bestimmten Sonnenstand. Es muss hier eine Art Sonnenkult gegeben haben. Darüber sind sich die Wissenschaftler einig. Aber viel mehr wussten die Forscher über den Steinkreis nicht.

    Der Archäologe Mike Parker Pearson von der Universität Sheffield leitet die größte archäologische Untersuchung, die je in Stonehenge durchgeführt wurde. Seit sieben Jahren führen er und seine Mitarbeiter Grabungen im umliegenden Gelände durch. Jetzt glaubt er, den Schlüssel zum Geheimcode von Stonehenge gefunden zu haben.

    Teil eines größeren Ganzen
    Parker Pearson ist davon überzeugt, dass der berühmte Steinkreis nur Teil eines weit größeren Ganzen ist. Der Impuls zu dieser Vision kam ihm durch einen Fund, der bisher nicht enträtselt wurde: prähistorische Pfahlgruben. Parker Pearson gelang es, diese Löcher in der Nähe von Stonehenge als Spuren einer weiteren Kreiskonstruktion zu identifizieren. Diesmal allerdings nicht aus Stein, sondern aus Holz.

    Der britische Archäologe ist davon überzeugt, dass das gesamte Areal rund um Stonehenge, inklusive des Flusses Avon, ein gewaltiger, zusammenhängender Kultbezirk ist, in dem sich die Menschen aus England zweimal im Jahr trafen, um gemeinsam die Sommer- und Wintersonnenwende zu feiern und zugleich der Verstorbenen zu gedenken. Diese Treffen, davon war er überzeugt, mussten Spuren hinterlassen haben.

    Nordeuropas größte Steinzeit-Siedlung
    Wo also lebten diese Menschen? Diese Frage ließ Parker Pearson keine Ruhe. Wenn seine Idee von einem Bereich der Toten und einem Bereich der Lebenden Stand halten sollte, dann musste das Dorf nördlich von Stonehenge zu finden sein.

    Tatsächlich wurde er an einer Stelle fündig, in deren Umfeld vor ihm schon viele Archäologen gesucht hatten und er entdeckt eine Sensation: Was sein Team zunächst für ein kleines Handwerkerdorf hielt, entpuppte sich als Nordeuropas größte Steinzeit-Siedlung. All diese Funde lassen vermuten, dass Stonehenge tatsächlich eine ganz andere Bedeutung haben könnte.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    10. Geheime Welten – Expedition in den Untergrund
    http://web.archive.org/web/20170215214854/http://vimudeap.info/files/images/b/komplexlager-12-malachit-halberstadt-6884.jpg
    -- „Komplexlager 12“ der NVA Thekenberge --

    Seit Jahrtausenden gräbt sich der Mensch tief unter die Erde, wenn er Wichtiges verbergen will – auch in Deutschland. Experten vermuten, dass hierzulande noch Hunderte unterirdische Geheimnisse darauf warten, gelüftet zu werden.
    Mysteriöse Kellersysteme, verborgene Tunnel, verschlossene Bunker und rätselhafte Höhlen verleihen Deutschlands Unterwelt eine geradezu magische Anziehungskraft für Schatzsucher, Hobbyforscher und Historiker.

    Der Film aus der Reihe „ZDF-History“ verfolgt vier Spuren, die unter Tage führen: in einem mittelalterlichen Kellerlabyrinth, das ein grausiges Geheimnis zu bergen scheint, im atombombensicheren Geheimbunker von Erich Honecker, in einem Berliner Fluchttunnel, in dem sich dramatische Szenen abspielten, und in Deutschlands größter Bunkeranlage bei Halberstadt, wo ein milliardenschwerer Schatz Diebe in die Falle lockte.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    11. 1983 – Welt am Abgrund
    http://web.archive.org/web/20170215230346/http://www.dw.com/image/17017274_401.jpg
    -- Luftwaffenstützpunkts Malstrom, Bundesstaat Montana --

    Unbemerkt von Öffentlichkeit und Medien steht die Welt im Herbst 1983 am Rande eines Atomkrieges.
    Der sowjetische Geheimdienst KGB sagt einen Überraschungsangriff der NATO voraus. Ein Spionagesatellit meldet den Start von US-Interkontinentalraketen in Montana.
    Vor den Toren Berlins rollen sowjetische Kampfjets mit scharfen Atombomben auf die Startbahn. Nie zuvor standen die Truppen des Warschauers Pakts so kurz vor einem Nuklearschlag.

    Der Film aus der Reihe „ZDF-History“ rekonstruiert einen der heißesten Momente des Kalten Krieges und zeigt, wie die Zukunft der Menschheit von der Entscheidung eines einzelnen Mannes abhing.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    12. Klaus Kuron – Spion in eigener Sache
    http://web.archive.org/web/20170215232140/http://www.nextfilm.de/wp-content/uploads/2015/02/kuronmaxi1.jpg
    -- Klaus Kuron wurde 1981 zu einem Treffen mit Geheimdienst-Chef Markus Wolf von Prag aus mit einer besonderen Interflug-Maschine gebracht --

    Klaus Kuron galt in den 70er und 80er Jahren als einer der fähigsten Agenten des Bonner Bundesamtes für Verfassungsschutz. Zugleich jedoch war er seit 1982 bis zur Wende als Doppelagent für das Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit die entscheidende Informationsquelle über die Aktivitäten des Verfassungsschutzes. In dem Dokumentarfilm von Thomas Knauf erzählt Kuron seine Geschichte.
    Der 1937 in Recklinghausen geborene Klaus Kuron kam Ende der 60er Jahre vom Bundesgrenzschutz zum Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), wo er bald zum gefragten Mann für Spionageabwehr aufstieg. Er war nicht nur ein Spezialist dafür, DDR-Agenten zu enttarnen und zu Doppelagenten „umzudrehen“, sondern entschlüsselte auch einen ostdeutschen Geheimdienst-Code. Der unauffällige, aber sehr effizient arbeitende Meisterspion, der ab 1972 mit seinem damaligen Abteilungsleiter Hans Joachim Tiedke ein Team bildete, stieß schon bald an die Grenzen seiner Möglichkeiten im Verfassungsschutz.
    Wegen seiner niedrigen schulischen Abschlüsse waren seinen Aufstiegschancen erschöpft, als er 1979 zum Regierungsamtsrat befördert wurde. Er hatte finanzielle Sorgen, weil er seinen vier Söhnen eine gute Ausbildung verschaffen wollte, und konnte mit dem Lebensstil anderer BfV-Mitarbeiter nicht mithalten. Außerdem sah Kuron, dass weniger gute Mitarbeiter des Amts Karrieren machten, die ihm verschlossen waren. 1981 fasste er den folgenschweren und riskanten Entschluss, sich dem ostdeutschen gegnerischen Geheimdienst, dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS), als Doppelagent anzubieten.

    Klaus Kuron schätzte die DDR-Spionage wegen ihrer Professionalität und sah die Chance eines Zusatzverdienstes. In abenteuerlichen Manövern wurden mehrere Kontaktaufnahmen im Ausland organisiert, bis es schließlich zu einem persönlichen Treffen zwischen Kuron und Markus Wolf, dem legendären Chef der DDR-Auslandsspionage, kam.
    In den folgenden Jahren, auch nach Tiedkes Flucht in die DDR, lieferte Kuron dem DDR-Geheimdienst alle Interna des Bundesamtes, zu denen er Zugang hatte, ohne dass er in seiner Behörde Verdacht erregt hätte. Auch seine plötzlich großzügigere Lebensweise, die ihm das doppelte Gehalt aus der DDR ermöglichte, erweckte kein Misstrauen. Als echter Profi stellte er über Jahre beide Dienststellen zufrieden, ohne enttarnt zu werden. Erst als nach der Maueröffnung Überläufer aus dem Osten Namen von BRD-Doppelagenten verrieten, sah er sich in höchster Gefahr und stellte sich schließlich seiner Behörde. Im Prozess gegen ihn, der 1992 begann, wurde ihm schwerer Landesverrat vorgeworfen. Das Urteil: zwölf Jahre Haft. Nach Verbüßung von zwei Drittel der Strafe wurde Klaus Kuron 1998 entlassen.

    Wendepunkte im Leben des Doppelspions
    Der Film vollzieht die Wendepunkte im Leben des Doppelspions Klaus Kuron nach und erzählt mit Aufnahmen der Originalschauplätze, Archivmaterial und dank der detailreichen Erinnerungen Kurons, Markus Wolfs und dessen Nachfolgers Werner Großmann eine spannende Geschichte vom Ende des Kalten Kriegs, der Blütezeit der Spionage. Dabei wird sowohl Kurons gewagtes Spiel gezeigt, aber aus der zeitlichen Distanz auch ein kritisches Licht auf die Realität der Geheimdienstler geworfen. Sie erweisen sich als Erfüllungsgehilfen ohne Leidenschaft und moralische Skrupel. Es wird deutlich, dass die Geheimdienstler in Köln und Ost-Berlin mit großem sportlichem Ehrgeiz und Respekt füreinander an zwei Enden eines professionellen Stranges zogen und sich immer ein Stück näher waren als ihre Regierungen mit der Politik der schrittweisen Annäherung.

    http://web.archive.org/web/20170215234727/http://www.tvfacts.de/produkte/wp-content/themes/tvfacts/images/no-video.gif

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    13. Mielkes Menschenjäger: Kidnapper im Auftrag der Stasi
    http://web.archive.org/web/20170216000125/https://i.ytimg.com/vi/VyVQUS-8sUA/maxresdefault.jpg
    -- Entführung Dr. Linse (nachgestellte Szene) --

    Am 8. Juli 1952 wird der Jurist und DDR-Kritiker Walter Linse in West-Berlin am helllichten Tag in ein Auto gezerrt, angeschossen und nach einer wilden Verfolgungsjagd in den Ostsektor der geteilten Stadt entführt. Die Täter sind Berufsverbrecher – im Dienste der DDR-Staatssicherheit.
    Mehr als 400 Menschen lässt die Stasi in die DDR entführen: Regime-Kritiker, Journalisten, geflüchtete Angehörige der „bewaffneten Organe“ – und geflohene ehemalige Funktionäre wie Robert Bialek. Er wird 1965 betäubt und nach Ost-Berlin verfrachtet. Neu aufgetauchte Dokumente legen den Schluss nahe, dass Robert Bialek noch in der Nacht seiner Entführung starb.

    Bis zum Ende der DDR im Herbst 1989 operieren Kidnapper der Stasi im westlichen Ausland. Das Ausmaß der Aktionen kommt erst nach dem Fall der Mauer ans Tageslicht.

    Mit bewegenden Zeitzeugenaussagen und auf Grundlage von internen Dokumenten rekonstruiert der Film aus der Reihe „ZDF-History“ eines der dunkelsten Kapitel der Stasi-Geschichte.

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
    Quellen:
    ⇲ Website 3sat – Geheimgesellschaften
    ⇲ Website 3sat – Programmübersicht

    Angst vor okkulter Gruppierung

    https://i.ytimg.com/vi/wKUhpEdIvkU/maxresdefault.jpg

    Ein Beitrag der Welt vom 10.02.2005

    Beatrix Klaffehn ist weit weggezogen vom südlichen Wendland. Vor mehr als sechs Jahren verließ die 39jährige die okkulte Gruppierung Thelema Society. Noch heute hat sie mit Folgen des psychischen Drucks und – wie sie sagt – menschenunwürdiger Behandlung zu kämpfen, der sie zweieinhalb Jahre lang unterworfen war. Die Thelema-Gruppierung, deren ehemalige Mitglieder von befohlenen Sexualpraktiken und Ekeltrainings berichten, ruft seit 20 Jahren Ängste in dem 1000 Einwohner zählenden Dorf Bergen an der Dumme im Kreis Lüchow-Dannenberg hervor.

    „Die Gemeinde lebt mit einer diffusen Angst und kann nur schwer darüber reden“, sagt Stefan Elkarsheh. Der evangelische Pastor ist seit drei Jahren in der „Arbeitsgemeinschaft Sekten“ mit Vertretern von Schulen, Jugendpflege, Frauenhäusern und der Polizei zusammengeschlossen.
    Ein Sprecher der Thelema Society sagte, „vieles, was uns angedichtet wird, ist schlicht falsch“. Er räumte jedoch einzelne Vorfälle ein, die sie selbst nicht als menschenwürdig bezeichnen würden.
    Bergen ist der Hauptsitz der streng hierarchisch organisierten esoterischen Gruppe. 30 bis 40 Mitglieder leben dort in zwei Häusern und mehreren Wohngemeinschaften. Über zahlreiche Ausbildungsstufen sollen sie ihren „wahren Willen“ erlangen.
    Der Gründer Michael Dietmar Eschner (55) war 1992 wegen Vergewaltigung und Mißhandlung einer 27jährigen zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Andere Verfahren wurden aus Mangel an Beweisen eingestellt.

    „Die Thelemiten verspüren in sich eine Göttlichkeit, der sie durch Rituale zum Durchbruch verhelfen wollen“, erklärt Ingolf Christiansen, Okkultismus-Experte der hannoverschen Landeskirche. Das Praktizieren von Ritualen in der Abgeschlossenheit des engeren Zirkels ohne Korrektur durch die Außenwelt führe zu einer Realitätsentfremdung. Problematisch sei vor allem, daß schon die Neueingeweihten zehn Regeln unterschreiben müßten, die zum Alkoholgenuß verpflichteten sowie mögliche Exzesse und gewaltsames Verhalten beinhalteten. Die Mitglieder sollen unter Strafandrohung auch angehalten sein, das gemeinsam Erlebte als Geheimnis zu wahren.

    Eschner, der sich als Reinkarnation des 1947 gestorbenen britischen Okkultisten Aleister Crowley ausgibt, sucht sich seine Anhänger in Seminaren und über das Internet. „Auf neue Mitglieder wird durch totale Kontrolle extremer psychischer Druck ausgeübt“, sagt Ortrud Glowatzki. Die Mitarbeiterin des Lüchower Frauenhauses begleitete drei Aussteigerinnen. „Jeder muß einen Gehorsamseid abgelegen und dem Ausbilder sein täglich zu führendes Tagebuch vorlegen“.

    Das ehemalige Mitglied Beatrix Klaffehn war über einen Meditations-Kurs der Volkshochschule zu den Thelemiten gekommen. Bei einer „Ausbildungsfete“ sei sie dann zum Konsum großer Wodka-Mengen und zum Sex mit dem „Guru“ genötigt worden. Das Lüneburger Landgericht hatte zwei Mitglieder der Gruppierung deshalb zu je 3000 Euro Geldstrafe verurteilt.

    Katholische Sekte Engelwerk

    http://web.archive.org/web/20170205063653/http://cdn4.spiegel.de/images/image-23747-860_panofree-rrng-23747.jpg

    via Spiegel Online vom 14.10.2010

    1. Teil: „Die haben unsere Tochter kaputtgemacht“

    Eine katholische Sekte sorgt für Aufsehen: Das Engelwerk predigte eine obskure Erlösungslehre, verteufelte schwarze Katzen und Kinder mit bösem Blick.
    In Zeiten des Mitgliederschwunds nähert sich der Vatikan dem Geheimbund an – erschreckend, wenn man die Schicksale von Betroffenen erfährt.

    Marianne Poppenwimmer sitzt an einem Couchtisch in ihrer Etagenwohnung irgendwo in München. Durch das Fenster sind in der Ferne die Umrisse der Berge zu erkennen. Das gediegene Umfeld ist die Schaltzentrale für Marianne Poppenwimmers Feldzug. Seit 26 Jahren kämpft die pensionierte Krankenschwester gegen die Machenschaften des Engelwerks, eine Sekte mit großer Nähe zur katholischen Kirche.

    1984 hat Poppenwimmer ihre Tochter an das sogenannte Opus Angelorum (OA) verloren. Die damals 18-Jährige besuchte Exerzitien des Engelwerks – nach ihrer Rückkehr, so sagen die Eltern, sei sie ein anderer Mensch gewesen. Sie habe sich von Tag zu Tag immer mehr verändert. Irgendwann war die Tochter wie eine Fremde in der elterlichen Wohnung. Ihr Leben hatte sie den Engeln gewidmet, der Welt war sie entrückt.

    In ihrem Zimmer errichtete die junge Frau einen Altar, sie war wie erfüllt vom Gedanken an ihre eigene Schlechtigkeit. Die Eltern konnten diesem Glauben nichts entgegensetzen. Zweimal täglich ging sie in die Messe, ständig in die Beichte, betete oft stundenlang bis tief in die Nacht. Ihr Leben richtete sie zunehmend auf die Engel aus, rund 400 von ihnen kennt das OA. Sie versprechen Heilung, Erlösung – wenn man sein Leben ganz auf sie konzentriert. Das tat die Tochter der Poppenwimmers, immer stärker kapselte sie sich von ihren Eltern ab.

    Das Verhältnis ist noch immer schwierig. Geblieben sind Marianne Poppenwimmer nur Erinnerungen an eine Zeit, in der das Leben ihrer Familie noch unbeschwert war und der unermüdliche Kampf gegen eine Gemeinschaft, die ihrer Erfahrung zufolge als Geheimbund agiert, ihre Mitglieder von der Außenwelt abschottet und zweifelhafte Lehren propagiert.

    Auf der einen Seite stehen Auserwählte – auf der anderen Seite der Teufel

    Im Jahr 1990 hat Poppenwimmer die „Initiative engelwerkgeschädigter Familien“ gegründet. Sie hat Informationen gesammelt über eine Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Verbindung von Engeln und Menschen zu fördern – und von der kaum Informationen an die Außenwelt dringen.

    Die Lehren des OA gehen auf die gebürtige Wienerin Gabriele Bitterlich zurück. Die 1978 verstorbene Hausfrau will bereits im Alter von vier Jahren in einer Privatoffenbarung einen Schutzengel gesehen haben. Auf Zehntausenden Seiten soll sie ihre Erscheinungen dokumentiert haben, die Rede ist dort von einem endzeitlichen Kampf zwischen Engeln und Dämonen.

    Kinder, die den Pfarrer nicht ansehen können, sind demnach ebenso von Dämonen besessen wie junge Frauen, die eine Fehlgeburt haben oder auch schwarze Katzen. Die Lehre ist geknüpft an ein Heilsversprechen: Nur durch die Verehrung der Engel kann man sich vor den Dämonen schützen.

    Nur weil die Angst gepredigt wird, kann die Heilung propagiert werden.
    Das OA ist zwar nicht so bekannt wie das Opus Dei, aber ebenso umstritten – und ebenso bemüht, seine Ziele im Verborgenen zu erreichen. Der Hauptvorwurf, den Poppenwimmer und Sektenbeauftragte gegen die Gemeinschaft richten: Durch die Abschottung von der Außenwelt und die Indoktrination der bizarren Lehren und Heilsversprechen mache das Engelwerk viele Anhänger auf Dauer psychisch krank. Poppenwimmer will viele solcher Menschen erlebt haben. Kirchenrechtler halten die Geheimlehre für abstrus und gefährlich.

    http://web.archive.org/web/20170205065243/http://www.br.de/themen/religion/religion-glaube-bayern-870~_v-img__3__4__m_-f5b946176ecf9749b4c4b7e228bd704e8144111b.jpg?version=6a5f9
    Das Kloster auf der Burg St. Petersberg in Tirol: Das Engelwerk ist dem Kreuzorden angegliedert

    „Hölle“, „Strafe Gottes“, „Dämon“

    Poppenwimmer will zahlreiche Fälle kennen, in denen Familien auseinandergerissen wurden, nachdem ein Mitglied in die Fänge des Engelwerks geraten war: Ehen zerbrachen, Kinder mieden und verteufelten ihre Eltern, ehemals Vertraute entfremdeten sich, aus guten Beziehungen wurden totale Zerwürfnisse.

    „Die Gefahr ist die Manipulation der Leute“, sagt Poppenwimmer, die Dutzende Betroffene begleitet hat. Das Engelwerk fußt auf einer simplen Zweiteilung: Auf der einen Seite stehen die Auserwählten, die Gläubigen, die Anhänger der Gemeinschaft – auf der anderen Seite steht der Teufel. Engel gegen Dämonen, Mitglieder gegen Andersgläubige, es ist ein ewiger Kampf. Etwas Halbes duldet das Engelwerk nicht. „Du bist ein schwerer, sündiger Mensch, du bist verloren in alle Ewigkeit – aber wir können dich retten“, das sei die Botschaft des OA, sagt Poppenwimmer.
    Kontakt zur Außenwelt, Medienkonsum, Sprechen über das, was sich im Engelwerk ereignet, all das sei tabu und gelte als Werk des Teufels. Überhaupt mutet die Sprache des Engelwerks seltsam an, Wörter wie „Hölle“, „Strafe Gottes“, „Dämon“ fallen häufig.

    2. Teil: In der Bibel gibt es drei namentlich genannte Engel, im Engelwerk rund 400

    Die meisten Betroffenen sind in einer Krise, wenn sie in die Fänge des Engelwerks gelangen – sie haben sich von ihrem Partner getrennt, ihren Job verloren oder eine Prüfung nicht bestanden. Sie sind daher besonders empfänglich für die Versprechen der heiligen Engel. Die Aufnahme ins OA erfolgt durch die sogenannte Schutzengelweihe, sie gilt sozusagen als Eintritt in den Geheimbund.

    Das Engelwerk hat stets die Nähe zur katholischen Kirche gesucht, in ihren Gemeinden gewirkt und sich ihrer Strukturen bedient, um Anhänger zu rekrutieren. Vor allem gläubige, der katholischen Kirche zugewandte Familien haben Angehörige an das Werk verloren.

    Das OA beruft sich auf seine Nähe zum christlichen Glauben und zur katholischen Kirche. Die Angelologie, die Lehre von den Engeln, sei eine „theologische Disziplin“, die sich auch im katholischen Katechismus finde, heißt es auf der Homepage des Engelwerks. Allein: In der Bibel gibt es drei namentlich genannte Engel, im Engelwerk 400. „Die haben sich ihre Engel selbstgestrickt“, sagt Poppenwimmer resolut. „Und bei der Strickerei ist ihnen so mancher Fehler passiert.“

    Das Verhältnis der katholischen Kirche zum Engelwerk war in der Vergangenheit hochproblematisch. Immer wieder hat Rom mit dem OA gehadert, Verbote erlassen und schließlich wieder revidiert. Im Juni 1992 hat die römische Glaubenskongregation unter der Leitung von Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst, die Lehren des Engelwerks als „der Heiligen Schrift und der Überlieferung fremd“ bezeichnet. Die Bitterlich-Schriften wurden verboten, die Schutzengelweihe auch.

    Doch es scheint eine Kehrtwende zu geben: Überraschend hat der Heilige Stuhl in Rom die lange abgelehnten Statuten und die bislang verbotene Schutzengelweihe des Engelwerks nach Informationen des SPIEGEL zugelassen. Wie aus einem kürzlich verfassten internen Rundschreiben des OA hervorgeht, wurden die Texte durch ein Dekret vom November 2008 von Rom anerkannt. In dem Rundbrief heißt es: „Damit hat die Mutter Kirche das Werk der heiligen Engel in ihren Schoß aufgenommen.“

    Hintergrund ist offenbar ein Kniff. Die katholische Kirche unterscheidet „die kirchlich nicht anerkannte Gemeinschaft und die Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz“, sagt Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, bereits im November 2009 SPIEGEL ONLINE. Man könne nicht von „dem Engelwerk“ sprechen. Mit anderen Worten: Für die Kirche gibt es zwei Engelwerke, ein gutes und ein schlechtes. Allerdings ist es nicht mehr als eine fromme Hoffnung, dass guter und schlechter Teil auch in der Realität so klar zu trennen sind.

    Ein Sprecher der Engelwerks wollte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht detailliert zu den Vorwürfen äußern, er wolle „kein Interview geben“, sagte Pater Markus Hubrich ORC. „Wir halten uns strikt an die Richtlinien, die wir aus Rom erhalten haben. Auch intern geschieht nichts, was nicht im Einklang steht mit Rom.“ Der Heilige Stuhl habe Teile der Privatoffenbarungen Bitterlichs 1992 verboten, auch weiterhin sei deren Verwendung untersagt. Dies betreffe die Offenbarungen, die nicht mit der Lehre der Kirche im Einklang stünden.

    Öffentlich kommuniziert hat man die Distanzierung von Teilen der Bitterlich-Lehren bislang nicht, auch der Name Engelwerk ist geblieben. In dem Rundbrief heißt es außerdem, Texte Bitterlichs sollten dem Engelwerk eine „wertvolle Nahrung für das geistliche Leben“ bieten. Es scheint, als wolle man sich doch nicht allzu sehr von der Gründerin abwenden. Welche Lehren aber lehnt man ab – und an welchen hält man weiter fest?

    Zu dem Vorwurf, Mitglieder des Engelwerks hätten sich zunehmend von ihren Familien distanziert, sagte Pater Markus Hubrich: „Das mag in Ausnahmefällen passiert sein, die Regel ist es aber nicht. Es gibt genug Beispiele, die anderes belegen.“ Weitere Fragen wollte er nicht beantworten.

    http://web.archive.org/web/20170205071043/http://www.anstageslicht.de/fileadmin/user_upload/Geschichten/Schulbuchskandal_in_Auerbach/Grafik_Engelwerk.jpg
    via: dok zentrum ansTageslicht.de

    Aktiv unter dem Deckmantel der Kirche
    Das Engelwerk hat es über die Jahre geschafft, sich innerhalb der Kirche zu etablieren und hat sich unter anderem einen Orden, den der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, zu eigen gemacht. Die Gemeinschaft ist somit kirchenrechtlich fest verankert. Das OA selbst unterscheidet freilich nicht zwischen Gemeinschaft und Orden. Auf die Frage nach dem Verhältnis antwortete ein Pater des Kreuzordens SPIEGEL ONLINE: „Heute ist die kirchliche Bewegung des Engelwerks dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz angeschlossen und wird im Auftrag des Heiligen Stuhls von ihm geleitet und betreut. Die Leitung des Engelwerks hat sich (…) nach Rom verlagert, wo sich auch das Generalat unseres Ordens befindet.“

    Und auch die Kirche scheint sich mit der Unterscheidung schwer zu tun: In der Diözese Passau darf das Engelwerk seit 1988 keine Exerzitien oder geistlichen Kurse mehr abhalten, heißt es in einer Stellungnahme des damaligen Bischofs Eder. SPIEGEL ONLINE liegen jedoch Informationen vor, die belegen, dass das Engelwerk noch immer in dem Bistum aktiv ist.

    Bereits im März 1988 hat der damalige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, einen Verwaltungsbefehl herausgegeben. Sein Inhalt: „Ich untersage allen Priestern, die der Schutzengelbruderschaft des Engelwerks (…) angehören und deren Lehren und Ziele vertreten, Exerzitien, Einkehrtage oder ähnliche Veranstaltungen in der Erzdiözese München und Freising zu halten.“

    In München hieß es zuletzt, dass der Verwaltungsbefehl von 1988 noch immer in Kraft sei – nach Informationen von SPIEGEL ONLINE unterliegen Mitglieder des Ordens vom Heiligen Kreuz in der Erzdiözese München jedoch nicht den Einschränkungen – und dürfen nach wie vor Einkehrtage abhalten.

    Marianne Poppenwimmer sagt, sie fühle sich von der Kirche „im Stich gelassen“. Sie ist nach wie vor Mitglied, geht regelmäßig in den Gottesdienst. In 27 Briefen hat sie sich an Bischöfe gewandt, um Unterstützung gebeten – nur die Hälfte der Würdenträger hat ihr geantwortet. „Die haben unsere Tochter kaputtgemacht und unsere Familie zerstört. Ich werde mich dafür nicht auch noch bedanken. Ich lasse denen keine Ruhe.“

    Weitere interessante Links hierzu:
    Forschung zum Engelwerk (Archiv)
    dok zentrum ansTageslicht.de Schulbuchskandal und Engelwerk in Auerbach/System Engelwerk – katholische Kirche

    Todesfälle bei Sekten & Psychogruppen

    https://abload.de/img/todesflle_sekten47sog.jpg

    Wenn Psychokulte den Tod bringen

    Viele kennen die vielen, oftmals auch mysteriösen Todesfälle aus Kreisen der Sekten. Den meisten wohl bekannt aus dem Bereich Scientology, worüber die Medien immer wieder berichten. Aber es gibt noch weitaus mehr als Scientology.
    Wilfried Handl hatte sich dem Thema (speziell Todesfälle bei Scientology) angenommen und einen, ⇲ mittlerweilen archivierten Blog erstellt.

    Hier werden nach und nach weitere Todesfälle aufgelistet. Ob Suizid oder mysteriöse Todesfälle.
    Einseits soll es mahnen aber am wichtigsten: diese Menschen sollen nicht in Vergessenheit geraten.

    Sie haben den höchsten Preis für diese Psychokulte „bezahlt“. Mit ihrem Leben!

    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

    Sonnentempler
    ⇲ Ordre du Temple Solaire (O.T.S.) war eine radikal weltablehnende, international aktive Geheimgesellschaft
    Kollektive, rituelle Mord- und Suizid-Handlungen aus 1991, 1994, 1995 und 1997 mit 127 Toten – ⇲ Pressebericht
    -- Geheimbund --

    Peoples Temple ( Volkstempel)
    ⇲ Jonestown-Massaker 1978 Kollektive, rituelle Mord- und Suizid-Handlungen mit 923 Toten , darunter über 270 Kinder – ⇲ Pressebericht
    Der Sektengründer Jim Jones sah sich als Vertreter eines „apostolischen Sozialismus“, den er dem seiner Meinung nach zunehmend faschistischen System der USA gegenüberstellte. Seine nach nordkoreanischem Vorbild aufgebaute und organisierte Siedlung Jonestown betrachtete sich als antirassistische und antikapitalistische „brüderliche Gemeinschaft“.
    -- neureligiöse Gruppe -

    nicht geklärt, sehr wahrscheinlich zugehörig:

    Wort + Geist
    Azida Shahabuddin (Geb. 1985-2009) – ⇲ Pressebericht
    -- neureligiöse Gruppe --